In den vergangenen drei Monaten haben bereits über zehn Millionen Besucher die Weltausstellung in Mailand besucht. Dabei konnten sie sich nicht nur in den Pavillons der 145 teilnehmenden Länder einen Eindruck vom Leitthema Ernährung und Energie machen, sondern auch bei Spezialveranstaltungen mit Fachleuten aus der ganzen Welt.Südtirol ist bei der Expo nicht nur mit einem eigenen Stand, sondern auch mit zahlreichen Experten vertreten. Einer von ihnen ist Lucio Lucchin, Primar des Dienstes für Klinische Ernährung im Krankenhaus Bozen. Lucchin ist von den Expo-Veranstaltern engagiert worden, eine Arbeitsgruppe zu leiten, die sich mit der Verankerung einer gesünderen Ernährungsweise in der Gesellschaft auseinandersetzt.Dieser Tage hat im italienischen Pavillon ein Kongress stattgefunden, auf dem 40 wissenschaftliche Organisationen die größten Ernährungs-Herausforderungen für die italienische Gesellschaft definiert haben. Zu diesen Herausforderungen zählen unter anderem Fettsucht, Diabetes, aber auch falsche Essgewohnheiten oder Mangelernährung.Auf Grundlage dieser Erkenntnisse wird unter der Leitung von Professor Lucchin in den kommenden Jahren eine Strategie, die auf dem "Manifest der kritischen Punkte in der Klinischen Ernährung" basiert, ausgearbeitet, mit der die (gesundheitlichen) Problemstellungen in Zusammenhang mit Nahrung und Ernährungsweisen gelöst werden sollen. Erste Ansätze sind bereits beim Kongress auf der Expo aufgezeigt worden: So soll etwa die klinische Ernährung in die Standardausbildung von Ärzten aufgenommen werden oder das Thema Ernährung in den Lehrplänen von Italiens Schulen Platz finden.