Mittwoch, 01. April 2020

Bozner sind weniger zufrieden als Dorfbewohner

Das Landesinstitut für Statistik ASTAT hat am Mittwoch die aktuellen Daten zu Wohn- und Wirtschaftssituation der Haushalte in Südtirol vorgelegt. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2019.

Bei der Zufriedenheit mit der Wohn- und Wirtschaftssituation gibt es teils große Unterschiede zwischen Stadt- und Landgemeinden.
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Bei der Zufriedenheit mit der Wohn- und Wirtschaftssituation gibt es teils große Unterschiede zwischen Stadt- und Landgemeinden. - Foto: © shutterstock
In der eigenen Wohngegend können verschiedene Probleme vorhanden sein: Am häufigsten beklagen Südtiroler den Verkehr (36 Prozent) und die mangelnden Parkmöglichkeiten (34 Prozent), aber auch die Luftverschmutzung (27 Prozent), den schlechten Zustand des Straßenbelages (26 Prozent), die Lärmbelastung (25 Prozent), den Schmutz auf den Straßen (14 Prozent), die ungenügende Straßenbeleuchtung (14 Prozent), die ungünstigen Anbindungen an die öffentlichen Verkehrsmittel (13 Prozent), die Geruchsbelästigung (12 Prozent) sowie das Kriminalitätsrisiko (12 Prozent).

Analysiert man die Aussagen nach Wohnort, treten signifikante Differenzen zutage. Die meisten Probleme werden in der Landeshauptstadt stärker wahrgenommen als im Rest des Landes. 68 Prozent der Bozner Haus- halte beschweren sich über Parkschwierigkeiten in ihrem Viertel, 61 Prozent über den Verkehr und 54 Prozent über die Luftverschmutzung. 4 von 10 Bozner Haushalten (41 Prozent) fühlen sich durch den Lärm gestört und 3 von 10 (33 Prozent) halten das Kriminalitätsrisiko in ihrer Wohngegend für ziemlich bis sehr hoch.

Strom, Gas, Wasser und Müll

Die Südtiroler Haushalte, die sowohl in Bozen als auch in den anderen Gemeinden leben, bestätigen die hohe Zufriedenheit mit den Versorgungsdiensten von elektrischer Energie, Gas und Wasser, die bereits in früheren Umfragen geäußert wurde. Bei allen 3 Diensten übersteigt der Anteil der Haushalte von denen, die an das Verteilernetz angeschlossen sind, welche ziemlich oder sehr zufrieden sind, jeweils die 90 Prozent-Marke.

Fast alle Haushalte sind an das Wassernetz angeschlossen. 94 Prozent der Haushalte trinken in der Regel Leitungswasser. Nur sehr wenige Haushalte haben dabei Bedenken, während 5 Prozent es aus anderen Gründen nicht trinken. Die Situation ist hierzulande weitaus besser, und zwar sowohl im Vergleich zur gesamtstaatlichen Situation als auch zum Nordosten Italiens, wo 29 Prozent bzw. 18 Prozent der Haushalte sich nicht trauen, Leitungswasser zu trinken.

Was die Kosten der Müllabfuhr für die Haushalte betrifft, so halten 32 Prozent diese für hoch, 62 Prozent für angemessen und 6 Prozent für niedrig oder bewerten sie nicht. Bei den Familien, die in Bozen leben, steigt der Anteil derjenigen, die den Müllabfuhrtarif als hoch einschätzen, auf 59 Prozent.

Fernsehgeräte und Fahrzeuge

Fast alle Haushalte verfügen über ein Fernsehgerät (97 Prozent) und eine Waschmaschine (96 Prozent). 4 von 5 Haushalten (81 Prozent) haben ein Auto. Weiter verbreitet ist das Auto bei den größeren Haushalten (96 Prozent bei Haushalten mit 3 oder mehr Mitgliedern und 69 Prozent bei anderen) und bei Haushalten, die nicht in der Landeshauptstadt wohnen (83 Prozent gegenüber 72 Prozent der Bozner Haushalte). 3 von 4 Haushalten (74 Prozent) haben mindestens ein Fahrrad und einer von 6 Haushalten (17 Prozent) hat einen Motorroller oder ein Motorrad.

Die Geschirrspülmaschine, die weniger verbreitet als die Waschmaschine ist, ist in 7 von 10 Haushalten vorhanden (69 Prozent). 2 von 3 Haushalten (64 Prozent) besitzen eine Satellitenantenne. Deutliche Unterschiede gibt es je nach Wohnort und Rechtstitel der Wohnungsnutzung: 25 Prozent der Bozner Haushalte, aber 75 Prozent der Haushalte im restlichen Land besitzen eine Satellitenantenne; 47 Prozent der Mieter, aber 70 Prozent der Wohnungseigentümer besitzen eine solche.

Klimaanlagen finden sich häufiger in Bozner Haushalten (18 Prozent) als anderswo (3 Prozent).

Handy und Computer

Fast alle Haushalte (96 Prozent) verfügen über ein Mobiltelefon und 7 von 10 (68 Prozent) besitzen mindestens einen PC (Desktop oder Laptop).

Bücherwürmer leben in Bozen

Nur 25 Prozent der Südtiroler Haushalte besitzen mehr als hundert Bücher. 54 Prozent haben ein paar Dutzend Bücher (11 bis 100) und die übrigen 21 Prozent haben maximal 10. Die Bücherregale der Bozner Haushalte sind umfangreicher als die der in anderen Gemeinden lebenden Haushalte: In Bozen haben 34 Prozent der Haushalte mehr als hundert Bücher, in den anderen Gemeinden hingegen sind es 23 Prozent.

Wirtschaftliche Situation


78 Prozent bewerten ihre finanziellen Mittel insgesamt als ausreichend, 17 Prozent als knapp oder völlig unzureichend und 5 Prozent als sehr gut. 44 Prozent haben im letzten Jahr kein Geld sparen können und nur 5 Prozent glauben, dass sie in Zukunft mehr sparen werden.

pm/zor