Mittwoch, 13. Juni 2018

Brenner-Gipfel: „Wir geben nicht nach“

Auf weniger Schwerverkehr über den Brenner und mehr Gütertransport auf Schiene haben sich beim Transit-Gipfel am Dienstag hochrangige Vertreter aus Italien, Österreich und Deutschland in Bozen geeinigt.

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Foto: © D

„Wir geben nicht nach“ und arbeiten weiter für eine unmittelbare Verlagerung des Verkehrs auf der Brennerachse - es geht um die Gesundheit der Menschen, den Schutz der sensiblen Bergwelt und die Lebensqualität im Allgemeinen“, so Landeshauptmann Arno Kompatscher beim Verkehrsgipfel in Bozen.

An dem von Pat Cox, dem für den EU-Korridor zwischen Skandinavien und dem Mittelmeer zuständigen Koordinator, einberufenen Brenner Meeting im Noi Techpark in Bozen haben hochrangige Vertreter der Verkehrsministerien der Staaten Deutschland und Italien, Österreichs Verkehrsminister Norbert Hofer, sowie die Landeshauptleute der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino, Arno Kompatscher, Günther Platter und Ugo Rossi teilgenommen. (STOL hat berichtet)

Im Mittelpunkt standen dabei Maßnahmen für die Reduzierung des Verkehrs auf der Brennerachse.

Memorandum wichtiger Meilenstein

Als Erfolg und wichtigen Meilenstein werteten Cox und Kompatscher die gemeinsame Unterzeichnung des Memorandums zur Umsetzung gemeinsamer verkehrspolitischer und infrastruktureller Maßnahmen zur Realisierung des TEN-V Kernnetzkorridors Skandinavien-Mittelmeer.  

„Nach vielen langen Verhandlungen mit den Vertretern der Staaten und Länder können wir nun endlich diesen weiteren wichtigen und gemeinsamen Schritt auf dem Weg zu einem nachhaltigen Verkehrskorridor über und unter dem Brenner setzen“, zeigte sich Pat Cox erfreut. In diesem Zusammenhang lobte Cox besonders den Einsatz des Südtiroler Landeshauptmannes für eine Lösung auf italienischer Seite.

„Die Tatsache, dass auch der neue italienische Verkehrsminister das Memorandum bereits unterzeichnet hat, stimmt mich zuversichtlich, dass der bisher eingeschlagene Weg weiterhin verfolgt wird“, so Kompatscher. Cox bedauerte allerdings, dass der Tiroler Landeshauptmann das Memorandum nicht unterzeichnet hatte. Unterzeichnet hat Platter hingegen das auf Initiative von Landeshauptmann Kompatscher gemeinsam eingebrachte Zusatzprotokoll mit konkreten Maßnahmen vor allem zur Korridormaut, zur Verkehrsverlagerung, zu den Dieselpreisen, zur Lkw-Obergrenze und zum Transitverbot auf den Staatsstraßen.

Wir wollen das Leben für die Menschen besser machen

Kompatscher zeigte sich auch erfreut, über die Unterschrift des Zusatzprotokolls durch Minister Hofer. „Der heutige Tag ist ein Erfolg für den Ausbau des Verkehrs auf der Schiene und für die Konkretisierung der entsprechenden Begleitmaßnahmen, denn daran wollen wir künftig weiter arbeiten“, betonte Kompatscher. „Wir wollen das Leben für die Menschen, die hier leben besser machen, Europa besser machen, dieses Ziel ändert sich nicht – Erfolg werden wir nur gemeinsam haben“, hob Cox hervor.

stol

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