Donnerstag, 14. Juni 2018

Brenner-Transit: Frächter schlagen alternative Lösungen vor

Thomas Baumgartner, Präsident des Frächterverbandes ANITA, zeigte sich wenig begeistert über den Transit-Gipfel, der am Dienstag in Bozen stattgefunden hat. Das Dosierungssystem bezeichnet er als menschenverachtend.

Thomas Baumgartner, Präsident des Frächterverbandes ANITA. - Foto: D
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Thomas Baumgartner, Präsident des Frächterverbandes ANITA. - Foto: D

Der italienische Frächterverband ANITA bemängelt, dass das Brenner-Treffen am Dienstag zu keinen konkreten Lösungen geführt hat und legt einige Vorschläge zur Reduzierung des Verkehrsaufkommens vor. 
„Das Brenner Meeting hat keine konkreten Lösungsvorschläge gebracht, denn der Verkehrsfluss von 12 Millionen Pkw und 2,2 Millionen Lkw kann nie und nimmer in den künftigen Brennerbasistunnel gezwängt oder auf die derzeitige Eisenbahn über den Brenner verlagert werden. Über die Brennerbahn werden jetzt schon dieselben Mengen wie durch den schweizerischen Gotthardtunnel transportiert. Viel mehr wird nicht mehr möglich sein. Auch nicht mit Mauterhöhungen, welche nur die Wettbewerbsfähigkeit Italiens und Südtirols schwächen werden“, ist Thomas Baumgartner überzeugt.

„Mit Brechstangenpolitik wie das Dosierungsystem kommt man erst recht nicht weiter, nebenbei ist dieses wegen der künstlich erzeugten Staus menschenverachtend gegenüber den Fernfahrern, welche auch die Umweltbelastung erhöhen“, so Baumgartner in einer Aussendung.

Wir haben alternative Lösungsvorschläge

Südtirols Politik fördere den Export und Südtirols produzierendes Gewerbe inklusive der Landwirtschaft habe in den ersten vier Monaten 2018 den Export um 5,7 Prozent gesteigert, so Baumgartner. „Wie und wo sollen diese Waren über den Brenner transportiert werden, ohne das Verkehrsaufkommen zu erhöhen?“, fragt Baumgartner und meint: „Wir haben alternative Lösungsvorschlage wie etwa mit Flüssiggas betriebene Lkw, welche den Lärmpegel halbieren und in Punkto Abgas doppelt so umweltfreundlich sind also die derzeitigen Euro 6-Motoren.“

Als „löblich“ bezeichnete ANITA hingegen den Vorstoß des Gastgewerbes, Touristen dazu zu animieren, verstärkt mit dem Zug anzureisen. „Dadurch würden weniger Staus an den Tagen, an denen Lkw nicht fahren dürfen, wie Wochenende oder Feiertage auftreten“, hieß es.

apa/stol

stol