Sonntag, 17. Juni 2018

Brenner-Transit: Toninelli kritisiert Nordtirols „einseitige Maßnahmen“

Der italienische Verkehrsminister Danilo Toninelli hat erneut Nordtirols Lkw-Blockabfertigung kritisiert. „Einseitige Maßnahmen wie jene des Bundeslandes Tirol können nicht passiv geduldet werden. Sie erfordern klare Antworten“, meinte Toninelli nach Medienangaben. Der Minister meinte, Italien müsse den Dialog mit Österreich fördern, zugleich jedoch die Interessen der italienischen Unternehmen verteidigen.

Der italienische Verkehrsminister Danilo Toninelli kritisiert erneut Tirols Lkw-Blockabfertigung.
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Der italienische Verkehrsminister Danilo Toninelli kritisiert erneut Tirols Lkw-Blockabfertigung. - Foto: © APA/ANSA

Der Präsident des italienischen Frächterverbands ANITA, der Südtiroler Thomas Baumgartner, meinte, italienische Waren sollten ohne Einschränkungen die Märkte in Mittel- und Nordeuropa erreichen können. Die italienische Wirtschaft hänge vom Alpentransit ab. 70 Prozent der italienischen Waren würden die Alpen passieren und fast 47 Millionen Tonnen Waren jährlich den Brenner überqueren, der der transalpine Korridor mit dem stärksten Verkehr sei.

33,5 Millionen Tonnen Waren (71 Prozent) werden per Lkw-befördert, 13,4 Millionen (29 Prozent) auf Schiene, berichtete der Frächterverband ANITA. Für die Zukunft sei es wichtig, immer mehr den Lkw-Transport auf Schiene zu verlegen. Zu diesem Zweck sei der Brennerbasistunnel von wesentlicher Bedeutung, der jedoch erst 2027 fertig werde.

Für den ANITA-Verband ist Nordtirols Lkw-Blockabfertigung eine Maßnahme, die dem Prinzip des freien Warenverkehrs in der EU widerspricht und den italienischen Export schwer belastet. „Italien kann das nicht akzeptieren“, betonte der Verband.

apa

stol