Wie die Berufsgruppe in einer Aussendung schreibt, würden die Auswirkungen längst nicht nur den Güterverkehr betreffen: „Handwerksbetriebe warten auf dringend benötigtes Material, Baustellen geraten ins Stocken, Produktionsabläufe werden unterbrochen, Liefertermine können nicht eingehalten werden und verderbliche Waren erreichen ihre Zielorte verspätet oder gar nicht.“ Auch Handel, Tourismus, Industrie und Dienstleistungssektor würden die Folgen unmittelbar spüren. Gerade am Pfingstwochenende, an dem zusätzlich tausende Urlauber Richtung Süden unterwegs sind, drohe ein verkehrstechnischer und wirtschaftlicher Ausnahmezustand.<BR /><BR /> „Es ist schlichtweg beschämend, dass die gesamte Brennerachse – eine europäische Lebensader – durch eine derartige Demonstration einfach lahmgelegt werden kann“, kritisiert Alexander Öhler, Obmann der Transporteure im lvh. „Hier geht es nicht um ein paar Stunden Verzögerung, sondern um verheerende Auswirkungen auf Betriebe, Lieferketten und die Versorgungssicherheit im ganzen Land.“<BR /><BR /> Der Brenner sei nicht nur eine Transitroute, sondern das zentrale Rückgrat für Wirtschaft, Versorgung und Mobilität zwischen Nord und Süd. Wenn diese Achse blockiert werde, seien sämtliche Wirtschaftssektoren betroffen. „Wenn Lkw nicht fahren, stehen irgendwann auch Produktion, Baustellen und Regale still. Wer den Brenner blockiert, blockiert nicht nur den Verkehr, sondern die Wirtschaft eines ganzen Landes“, so Öhler weiter.<h3> Keine ausreichende Abstimmung </h3> Besonders unverständlich sei, dass eine derart weitreichende Maßnahme offenbar ohne ausreichende Abstimmung zwischen Tirol und Südtirol erfolge. „Es ist schade und nicht nachvollziehbar, dass es offenbar keine anderen Wege der Abstimmung zwischen den zwei Nachbarländern gibt. Eine Aktion dieser Größenordnung darf nicht einseitig auf dem Rücken von Unternehmen, Arbeitnehmern sowie Familien ausgetragen werden“, sagt Öhler. „Der Brenner ist keine Bühne für Symbolpolitik, sondern die zentrale Schlagader unseres Wirtschaftsraums.“<BR /><BR /> Die Transporteure im lvh betonen ausdrücklich das Recht auf Demonstration, stellen aber klar: Protest darf nicht dazu führen, dass ganze Regionen wirtschaftlich in Geiselhaft genommen werden. Gefordert werden deshalb politische Verantwortung, grenzüberschreitende Koordination und Lösungen, die Protest ermöglichen, ohne den kompletten Wirtschaftsverkehr lahmzulegen. Eine Sperre dieser Tragweite sei kein Signal, sondern ein wirtschaftspolitischer Totalschaden.