Dienstag, 18. Oktober 2016

Brexit: Inflation in Großbritannien springt auf Zwei-Jahres-Hoch

Die Inflation in Großbritannien ist im September so hoch ausgefallen wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Die Verbraucherpreise stiegen im Vorjahresvergleich um 1 Prozent, wie die nationale Statistikbehörde am Dienstag mitteilte. Das war das stärkste Plus seit November 2014. Insbesondere Damenbekleidung sei teurer geworden, erklärte die Behörde.

Foto: © APA/AFP

Im August hatte die Inflationsrate lediglich 0,6 Prozent betragen. Eine direkte Verbindung der Preisentwicklung zum Absturz des Pfund nach dem Brexit-Votums zogen die Statistiker nicht – im Gegensatz zu Analysten.

Die stärksten Treiber der Inflation seien die Preise für Kleidung, Hotelübernachtungen und Kraftstoff gewesen – „all das kann auf den Fall des Pfunds zurückgeführt werden“, erklärte etwa Kathleen Brooks von City Index.

Ölimporte verteuerten sich durch die schwache britische Währung ebenso wie Textileinfuhren, erläuterte Brooks. Zugleich mache der günstige Wechselkurs Reisen nach Großbritannien attraktiver, „was offenbar bereits zu steigenden Hotelpreisen führt“.

Das Pfund war nach der Entscheidung der Briten Ende Juni, dass ihr Land die europäische Union verlassen soll, auf Talfahrt gegangen. Am 7. Oktober erreichte es seinen niedrigsten Stand gegenüber dem Euro seit siebeneinhalb Jahren. Im Verhältnis zum Dollar war die Währung sogar so schwach wie seit 31 Jahren nicht mehr.

apa/afp

stol