Freitag, 09. Oktober 2020

Brixner Durst Group entwickelt Luftdesinfektionssystem gegen Corona

Seit 3 Monaten habe man an dieser Entwicklung gearbeitet, nun könne man sie der Öffentlichkeit präsentieren: Das Brixner Unternehmen Durst will mit dem UVC-R Luftdesinfektionssystem den Viren in geschlossenen Räumen den Garaus machen.

So sollen – in der Mitte des Klassenzimmers – die Luftdesinfektionssysteme aufgestellt werden.
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So sollen – in der Mitte des Klassenzimmers – die Luftdesinfektionssysteme aufgestellt werden. - Foto: © Durst Group
von Arnold Sorg

Die neue Normalität in der Corona-Pandemie sei geprägt vom Tragen von Mund-Nasenschutz, von Abstandhalten, Desinfektionsmitteln und Händewaschen, sagte gestern Christoph Gamper, Geschäftsführer und Miteigentümer der Durst Group. „Auch wenn wir einen Impfstoffe gegen das Coronavirus haben werden, warten vielleicht schon die nächsten Viren.“ Daher müsse man sich vorbereiten, um einer solchen Pandemie nicht noch einmal völlig hilflos ausgeliefert zu sein, so Gamper.

„Die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus ist vor allem in geschlossenen, nicht gelüfteten Räumen sehr hoch.“ Viren und Aerosole würden in solchen Räumen langsamer sinken und länger in der Luft bleiben. Auch gekippte Fenster würden die Gefahr einer Ansteckung kaum vermindern. Bleiben also die Möglichkeiten: alle 10 Minuten den Raum zu lüften, oder eine moderne Klimaanlage mit Zu- und Abluft. „Alle 10 Minuten zu lüften, wäre im Winter aber wohl kaum sinnvoll“, sagte Klaus Delueg, Laborleiter der Durst Group. Und eine moderne Klimaanlage würde nicht jedes Gebäude besitzen. Zudem würde die Leistungsfähigkeit dieser Anlagen nicht immer der Raumgröße entsprechen.

Luftaustausch und UV-Strahlen in einem System vereint

Eine weitere Möglichkeit wären UV-Strahlen, die Viren und Bakterien abtöten. „UV-Strahlen sind aber gefährlich für den Menschen und können Ozon bilden“, so Delueg. Zudem würden UV-Strahlen bei Viren nur auf sehr kurzer Distanz wirken. Also hat sich die Durst Group auf die Suche nach einer verträglichen Lösung gemacht. Der Lösungsansatz: Durst UVC-R vereint sowohl Luftaustausch als auch UV-Strahlen in einem System und reduziert damit effektiv infektiöse Aerosole, Viren und Keime in Innenräumen. Über eine Membran mit Luftansaugdüsen wird die Raumluft in 2 geschlossene Kanäle geführt und mit UV-C-Lichtquellen bestrahlt. Die desinfizierte Luft wird kontinuierlich über einen separaten Luftausgabekanal wieder in den Raum abgegeben.

Die Besonderheit des Durst UVC-R sei, dass es sich dabei um geschlossene, strahlengeschützte Kammern mit Hochleistungs-UV-Quellen in luftstromoptimierten und verspiegelten Kanälen handle. Zudem erzeuge der UVC-R eine ozonfreie UV-C-Strahlung mit einer Wellenlänge von 254 Nanometern.

Ergebnisse werden verifiziert

Wie das Luftdesinfektionssystem von Durst funktioniert, erklärte Gamper anhand eines Beispiels: 4 Personen sitzen an einem Tisch und sind von einem Volumen von 8 Kubikmetern umgeben. Pro Person werden rund 0,5 Kubikmeter Luft pro Stunde ein- und ausgeatmet, also insgesamt 2 Kubikmeter. „Der Durst UVC-R entkeimt das 12,5-Fache dieses Volumens oder 25 Kubikmeter in 15 Minuten und das 50-Fache des Atemvolumens von 4 Personen oder 100 Kubikmeter, in einer Stunde.“ Steht der UVC-R in einem größerem Raum, erfolge eine konstante Durchmischung der Raumluft rund um das Entkeimungszentrum, womit durch permanente Abgabe gereinigter Luft auch außerhalb der zentralen Zone eine Reduktion der Keime erfolge, so Gamper.

„Ein externes Labor für Medizintechnik und Desinfektionsmittel in Deutschland ist gerade dabei, unsere Ergebnisse zu verifizieren“, so der Durst-Chef. Zugleich werde die Effizienz des Durst UVC-R mit „Pseudoviren“ oder sogenannten Bakteriophagen, im Realmodus erprobt.


sor