Montag, 01. Juli 2019

„Brot und Gedeck“: Aufschlag stammt aus dem Mittelalter

Am Ende der Restaurantrechnung findet sich häufig ein Aufschlag für Brot und Gedeck. Warum ist das so? Die VZS hat die Erklärung.

Im Restaurant zahlt man oft einen Aufschlag für "Brot und Gedeck".
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Im Restaurant zahlt man oft einen Aufschlag für "Brot und Gedeck". - Foto: © shutterstock

Diese bei „Brot und Gedeck“ inkludierten Kosten beziehen sich auf das servierte Brot, die Benützung von Tischtuch, Servietten, Geschirr und Besteck sowie die Bedienung. Für das Gedeck belaufen sich die Kosten normalerweise auf 1,50 bis 2 Euro pro Person. Der Service macht meist zwischen 10 und 20 Prozent der Gesamtsumme aus.

Schon im Mittelalter wurde der Aufschlag für Brot und Gedeck für jene Gäste eingeführt, die im Wirtshaus ihr selbst mitgebrachtes Essen verzehrten. Mit dem Preisaufschlag für die Bedienung wurden damals die Kellner bezahlt.

Sind solche Kosten noch zeitgemäß? Das Personal wird heute im Unterschied zu damals vertraglich angestellt und bezahlt. Silke Raffeiner, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS), erklärt: „Tatsächlich sind Aufschläge für Brot, Gedeck und Service nicht verboten.“

Es sei aber vorgeschrieben, dass die Kosten für das Gedeck bzw. den Service in der Speisekarte ausdrücklich angegeben werden müssen, wenn sie erhoben werden.

Einzelne Gemeinden oder Regionen haben dazu eigene Regeln erlassen. Im Latium beispielsweise ist es erlaubt, Kosten für den Service zu verrechnen, nicht aber für das Gedeck. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, noch vor der Bestellung nachzufragen, ob Brot, Gedeck und Service inkludiert sind bzw. welche Kosten dafür anfallen.

Für Anzeigen wegen unerlaubter Aufschläge ist die jeweilige Stadtpolizei zuständig.

stol/lmu

stol