Dienstag, 02. Mai 2017

Bruneck: Internationaler Tag für Holzverarbeiter

Ende April hat in Bruneck der Internationale Tag für Holzverarbeiter 2017 stattgefunden. 31 Unternehmen waren der Einladung des Südtiroler Unternehmens Grohe gefolgt. Im Fokus standen die neuesten Innovationen und aktuelle Entwicklungen der Holzverarbeitungsbranche. Die anwesenden Tischler und Zimmermeister konnten sich zudem bei diversen Montagewettkämpfen versuchen.

Von Links: Gastgeber Karlheinz Grohe, Michael Gruber (Obmann der Tischler im LVH) und Heinz Neuhauser (Bezirksleiter Pustertal Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol).
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Von Links: Gastgeber Karlheinz Grohe, Michael Gruber (Obmann der Tischler im LVH) und Heinz Neuhauser (Bezirksleiter Pustertal Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol).

Mit 31 teilnehmenden Unternehmen aus Italien, Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien und Dänemark bot die Veranstaltung die Gelegenheit, sich über aktuelle Innovationen zu informieren. So gab es auch einige Weltneuheiten zu entdecken: Etwa einen Filter, der sich alle 15 Sekunden selbstständig reinigt und dadurch den Ausstoß von Schadstoff-Partikeln verhindert.

Großer Andrang

„Das Event richten wir nun seit 2012 aus, so groß wie heuer war der Andrang allerdings noch nie. Viele Holzverarbeiter aus allen Südtiroler Landesteilen nutzten die Möglichkeit, die neuesten Entwicklungen und Produkte der Branche kennenzulernen und sich untereinander zu vernetzen“, erklärte Gastgeber Karlheinz Grohe und freute sich auch über die zahlreichen Gäste aus dem Ausland.

Blick auf die Branche

Unter den Teilnehmern der Veranstaltung waren auch Gert Lanz, Präsident des Landesverbandes der Handwerker (LVH), Heinz Neuhauser, Bezirksleiter Pustertal Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol sowie Michael Gruber, Obmann der Tischler im LVH. Die Experten gaben Auskunft über aktuelle Entwicklungen der Branche.

„Die durchschnittliche Tischlerei in Südtirol weist 3,6 Mitarbeiter auf, in unserer Berufsgemeinschaft im Verband sind derzeit circa 700 Mitgliedsbetriebe. Die Wirtschafts- und Auftragslage ist momentan sehr gut. Im Verhältnis zum Ausland sind unsere Angebote eher günstig, die Qualität ist aber sehr hoch, die meisten Holzverarbeiter im Land sind top-ausgestattet. Davon profitiert die Branche in Südtirol natürlich“, erörterte Michael Gruber.

Gert Lanz hob ebenfalls die positive Lage hervor, wies allerdings auch auf Herausforderungen hin. „Die Betriebe in Südtirol haben eine hohe Bereitschaft, Lehrlinge auszubilden und arbeiten gut mit den Berufsschulen zusammen. Allerdings ist der Fachkräftebedarf nicht optimal gedeckt, wir müssen daher noch verstärkt Jugendliche ansprechen und ihnen die Perspektiven dieses Berufs aufzeigen. Ein wichtiger Fortschritt ist die duale Ausbildung, die Lehre und Matura kombiniert und dadurch einen Mehrwert schafft. Wir werden künftig außerdem noch mehrere Imagekampagnen forcieren“, meinte Lanz.

„Handwerk 4.0“

Damit es der Holzverarbeiterbranche weiterhin gut gehe, müssen die Südtiroler Betriebe am Puls der Zeit bleiben, meinten die Experten – und unterstrichen dabei vor allem das Thema „Handwerk 4.0“ – also die zunehmende Digitalisierung.

„Die Professionalisierung schreitet voran. Wie auch die Spezialisierung, viele Betriebe entdecken Nischen für sich und wissen dieses Potenzial auch am internationalen Markt zu nutzen. Die Exporte ziehen merklich an“, betonte Heinz Neuhauser.

„Wichtig ist, dass wir die Entwicklungen der heutigen vernetzten Welt nicht verschlafen und der Beruf des Tischlers oder Zimmerers für jüngere Generationen attraktiv bleibt“, ergänzte Gruber.

Tischler und Zimmermeister testen Können

Neben vielen Vorführungen fanden heuer abermals Wettbewerbe statt. Südtirols Tischler und Zimmermeister konnten bei verschiedenen Montagewettkämpfen ihr Können, ihre Handfertigkeit und vor allem ihre Schnelligkeit unter Beweis stellen. So legte etwa Markus Baumgartner aus Bruneck bei der Montage von Türdrückern mit 1:38:82 Minuten die beste Zeit hin.

stol

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