"Vor vier Jahren haben wir uns gesagt, dass viele Meldungen und Ansuchen der Bauern auch möglich sein müssen, ohne dass Papierstapel hin- und hergeschoben werden", so Landesrat Hans Berger.Er hat heute mit Informatiklandesrätin Barbara Repetto und Kurt Pöhl, Direktor der Landesabteilung Informationstechnik, sowie Ernst Stifter, stellvertretender Landestierarzt, das neue LAFIS vorgestellt. Es handelt sich um eine Datenbank mit den wichtigsten Angaben zu rund 12.000 Grünlandbetrieben in Südtirol.Erhoben wurden Flächennutzung, Bewirtschaftung, Hangneigung, Höhenlage, Viehbestand und Erschwernispunkte. Die Daten der Obst- und Weinbaubetriebe folgen in einem zweiten Schritt.Einmal erhoben, bilden die Daten die Grundlage für zahlreiche Vordrucke von Ansuchen, die bereits vorausgefüllt zum Antragsteller kommen. "Es brauchen damit weder Grundbuchsauszug noch Grundbesitzbogen vorgelegt werden", so Berger. Durch das LAFIS sollen Daten schnell und problemlos verifiziert und dank der Vernetzung mit zahlreichen anderen involvierten Systemen abgeglichen werden können. Vorteile seien eine höhere Qualität der Daten, weniger Probleme bei Kontrollen und eine schnellere Auszahlung von Beiträgen, vor allem solcher, die über das Ländliche Entwicklungsprogramm der EU liefen, so Berger.Zudem konnte dank des weitläufig vernetzten LAFIS auch der bürokratische Aufwand rund um die Tierbewegungen abgebaut werden. "Bisher musste bei jeder Tierbewegung - wenn Tiere also auf die Alm gebracht oder verkauft wurden, wenn sie zur Versteigerung oder in den Schlachthof transportiert wurden - das so genannte Modell 4 ausgefüllt werden", erklärte der Landesrat. Eine Kopie dieses Formulars blieb beim Besitzer, eine ging an den Transporteur, eine an den Empfänger und eine an den Amtstierarzt. "Heute genügt eine Meldung innerhalb von sieben Tagen", so Berger: entweder online, per Fax an 0471 417888 oder direkt an den Amtstierarzt. Eine Ausnahme bildet lediglich der Weg zum Schlachthof: Dafür muss immer noch ein Modell 4 ausgefüllt werden, allerdings in Form einer Eigenerklärung. "Nur so kann ausgeschlossen werden, dass die Tiere eine medizinische Behandlung im Vorfeld erfahren haben, und so die Lebensmittelsicherheit garantiert werden", so der Landesrat.Bei der Erfassung der Daten wurde auch ein Bild der extremsten Südtiroler Höfe gezeichnet. So liegt die höchste gemähte Wiese auf 2516 Metern unter dem Seceda-Gipfel, das höchstgelegene Wirtschaftsgebäude in Schnals auf 2007 Metern oder der Hof mit den meisten Erschwernispunkten in Rabenstein in Passeier.