Bestrebungen von Regierungen, die Notenbank für ihre Zwecke zu nutzen, fänden sich in allen Euro-Ländern, sagte Weidmann in einem bundesbankinternen Interview vom 29. Juni, das die Bundesbank am Mittwoch veröffentlichte. „Egal, ob es um Zinsen geht oder um irgendwelche Sondermaßnahmen – am Ende läuft es immer darauf hinaus, dass die Notenbank für Ziele der Fiskalpolitik eingespannt werden soll“, monierte Weidmann.„Damit überschätzt die Politik aber die Möglichkeiten der Notenbank und überfordert sie.“ Denn man unterstelle der Zentralbank, sie könne nicht nur für Preisstabilität, „sondern auch noch für Wachstumsförderung, Abbau der Arbeitslosigkeit oder Stabilisierung des Bankensystems genutzt werden“, betonte Weidmann. Zu ihrem 55. Geburtstag veröffentlichte die Bundesbank ein Interview aus ihrer Mitarbeiterzeitung mit Weidmann und dem ehemaligen Bundesbankchef Helmut Schlesinger.Auf die Frage nach den Herausforderungen für die Bundesbank in den nächsten Jahren sagte Weidmann, die Krise fordere die Bank in vollem Umfang. „Wir werden weiterhin mit allen Mitteln und auf allen Ebenen für unsere Positionen eintreten, damit die Währungsunion weiter als Stabilitätsunion gelebt wird.“ apa/reuters