Noch bevor der Butterbedarf der Südtiroler am größten wird, in der „Keksl“-Back-Zeit nämlich, steht fest: Die Haushaltskasse wird das Milchprodukt heuer stärker belasten denn je. Ein Blick auf die Großhandelspreise in Italien zeigt eine beeindruckende Entwicklung: Seit dem Tief von 2020 hat sich der Preis fast verdreifacht – von 2,75 auf aktuell über 8 Euro je Kilogramm. Vom Jahresanfang 2024 bis heute legte er einen sagenhaften Anstieg von 50 Prozent hin, der auch bei den Preisen im Supermarktregal durchschlägt. Für ein Produkt des täglichen Bedarfs ist das bemerkenswert – und bleibt daher von vielen Verbrauchern nicht unbeachtet. <BR /><BR />„Preisschwankungen bei Lebensmitteln sind grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. Wir versuchen bei den heimischen Milcherzeugnissen die Ausschläge nach oben und unten aber etwas zu begrenzen“, berichtet Matthias Baumgartner, Geschäftsführer von Mila-Bergmilch, gegenüber diesem Medium. Nur könne man sich den Entwicklungen natürlich nicht entziehen. „Fakt ist, die Butterpreise haben stark angezogen.“ Aktuell liegt der empfohlene Verkaufspreis für Butter aus Südtirol bei 3,48 Euro für die 250-Gramm-Packung.<BR /><BR /><embed id="dtext86-66858132_quote" /><BR /><BR />Was sind die Hintergründe für die starken Preisanstiege in diesem Segment? „Ein wichtiger Grund ist der Rückgang der internationalen Milchmenge und der gleichzeitig geringere Fettgehalt in der Milch.“ Je weniger Fett in der Milch ist, desto mehr Milch wird gebraucht und die Rahmverfügbarkeit insgesamt am Markt sinkt. <BR /><BR />„Die Situation hat sich dadurch verschärft, dass Produkte mit einem hohen Milchfettgehalt seit einiger Zeit stärker nachgefragt werden. Wir haben das beispielsweise am höheren Absatz von Mascarpone in Fernost gemerkt. Ebenso sieht man, dass Produkte wie Burrata sehr im Trend liegen“, so Baumgartner. All diese Produkte konkurrieren mit Butter ums kostbare Milchfett. Zur Erklärung: Butter enthält einen Fettanteil von gut 80 Prozent. „Auf den ersten Blick mag der Trend zu fettigeren Milchprodukten widersprüchlich erscheinen, weil man eher von einem höheren Gesundheitsbewusstsein ausgehen würde. Doch offenbar spielt der Genuss nach wie vor eine große Rolle.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1080936_image" /></div> <BR />Und der übrige Teil der Preisrallye bei Butter sei Spekulation. „Das lässt sich leider nicht verhindern.“ Und diese sei auch der Grund, warum bei den Großhandelspreisen von einen auf den anderen Tag Schwankungen von 5 Prozent und mehr vorkommen können. <BR /><BR />Und wie geht es weiter an der Butterfront? „Bis Jahresende ist eher nicht mit einem spürbaren Preisrückgang zu rechnen.“ Mittel- bis langfristig seien Vorhersagen schwierig: „Wir gehen aber davon aus, dass die Milchmenge in Europa, auch aufgrund der strengeren EU-Regeln in Bezug auf Nachhaltigkeit und Tierwohl, nicht steigen wird. Bleibt der Konsum gleichzeitig stabil oder nimmt er sogar zu, dürften auch die Preise nicht sinken.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-66858067_quote" /><BR /><BR />Annemarie Kaser, Direktorin des Sennereiverbandes Südtirol, spricht bei Butter von einem „sehr emotionalen Produkt“, mit dem viele Südtiroler oft konfrontiert würden. „Klarerweise fallen Preisanstiege in einem signifikanten Ausmaß schnell auf, aber Inflationstreiber sind die Butterpreise nicht. Es ist nicht so, dass sie die Ausgaben einer Familie stark anheizen. Die verwendete Menge Butter pro Haushalt und Jahr dürfte sich doch eher im überschaubaren Bereich bewegen.“<BR /><BR />Was für Verbraucher eine schlechte Nachricht ist, ist zumindest potenziell eine bessere für die Produzenten und damit auch die vielen Mitgliedsbauern, die die Milchwirtschaft in Südtirol am Leben erhalten.