Mittwoch, 20. Dezember 2017

Chef von Ölkonzern Eni muss wegen Nigeria-Schmiergeldern vor Gericht

Die erhobenene Vorwürfe gehen auf das Jahr 2011 zurück, der Prozess soll am 5. März beginnen.

Der Chef des Energiekonzerns Eni, Claudio Descalzi, muss am 5. März vor Gericht. Ihm werden Schmiergeldzahlungen zur Last gelegt.
Der Chef des Energiekonzerns Eni, Claudio Descalzi, muss am 5. März vor Gericht. Ihm werden Schmiergeldzahlungen zur Last gelegt. - Foto: © APA/AP

Der Geschäftsführer des italienischen Energiekonzerns Eni, Claudio Descalzi, muss wegen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen seiner Firma bei Auftragsvergaben in Nigeria vor Gericht. Ein Richter in Mailand ordnete am Mittwoch an, dass der Prozess gegen ihn und 14 weitere Beschuldigte am 5. März beginnt, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Mitangeklagt sind unter anderem Descalzis Vorgänger Paolo Scaroni sowie vier Manager des Rivalen Shell und Nigerias früherer Energieminister Dan Etete.

Schmiergelder in Höhe von 1,1 Mio. Dollar 

Die Vorwürfe gehen auf das Jahr 2011 zurück. Eni und Shell sollen damals an Etete Schmiergelder von etwa 1,1 Millionen Dollar (etwa 930.389,92 Euro) gezahlt haben, um sich die Förderrechte für eines der größten Ölfelder des westafrikanischen Landes – die Lizenz 246 – zu sichern.

Zu der Zeit war Descalzi Leiter von Enis Abteilung für Förderung und Produktion. Sowohl Eni als auch Shell weisen die Vorwürfe zurück.

Börse reagiert auf Vorwürfe

Das Eni-Board vertraue weiter darauf, dass der Konzern nicht in die angeblichen Korruptionsvorwürfe verwickelt sei und drücke Descalzi sein volles Vertrauen aus, hieß es in einer Mitteilung.

Die Nachricht vom bevorstehenden Prozess stoppte den Aufwärtstrend der Eni-Aktie an der Mailänder Börse. Zuvor hatten den Titel Nachrichten beflügelt, der Konzern habe mit der Gasgewinnung im Offshore-Feld Zohr vor Ägyptens Küste begonnen. Es wird vermutet, dass dieses Gasfeld das größte im Mittelmeer ist.

apa/dpa

stol