Damit sind die Bremsspuren des langsameren Wirtschaftswachstums zwar auch am Automarkt zu spüren. Seit der Jahrtausendwende ist er jährlich im Schnitt um fast 29 Prozent gewachsen. Aber die Autodichte ist in dem Riesenland trotz des täglichen Verkehrschaos in den Großstädten so gering, dass alle Anbieter noch für lange Zeit mit kräftigem Zuwachs rechnen. Vom geplanten kleinen VW-„Budget-Car“ für maximal 7500 Euro bis zum Luxuswagen 9er BMW – in Peking als Studie vorgestellt – die Hersteller bieten für alle Kundenschichten etwas an.Warnungen vor wachsender Abhängigkeit der deutschen Hersteller, die inzwischen schon 28 Prozent ihrer Autos in China verkaufen, tritt Audi-Chef Rupert Stadler entgegen. „Das Risiko halte ich für viel größer, jetzt hier nicht dabei zu sein“, sagt er im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. „Warum sollten wir China als großes Risiko betrachten? Die Menschen hier lieben Autos!“Gerade die deutschen Premiumhersteller locken immer mehr Kunden, die sich häufig Nobelkarossen mit extra langem Radstand und schicker Ausstattung leisten können. Die leichte Abkühlung des Wirtschaftsbooms macht sich hier nicht bemerkbar. China steuert derzeit auf das schwächste Wachstum seit 1990 zu – aus westlicher Sicht sind die zuletzt verzeichneten 7,4 Prozent Plus des Bruttoinlandsprodukts aber noch immer eine Traumrate.Doch nicht nur große Limousinen für Parteifunktionäre und hohe Staatsbeamte sind gefragt, auch Kompaktwagen finden zunehmend Käufer. „Der Anteil der Privatkunden nimmt zu. Vor allem junge Leute kaufen Autos“, sagt Audi-China-Chef Dietmar Voggenreiter. Besonders beliebt wie bereits in den USA und Europa seien Geländewagen.„Die Chinesen sind autohungrig. Das Wachstum hier ist noch lange nicht zu Ende“, sagt auch Ferdinand Dudenhöffer, Chef des CAR-Center an der Universität Duisburg-Essen, auf der Messe in Peking. „Es wäre falsch, jetzt nicht dabei zu sein.“ Im vergangenen Jahr hatte China mit einem Absatz von gut 16 Millionen Fahrzeugen die USA als größten weltweiten Automarkt überholt. Dudenhöffer prognostiziert für dieses Jahr einen Anstieg auf 18 Millionen Stück und bis 2025 ein stetiges Wachstum auf 35 Millionen Automobile.apa/reuters