Dienstag, 10. Mai 2016

Cohousing & Coworking: Grünes Licht für innovatives Jugendprojekt

Durch Cohousing und Coworking soll Jugendlichen der Weg in die Selbständigkeit geebnet werden. Das Land stellt dazu auch ein Gebäude zur Verfügung.

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Foto: © shutterstock

In das landeseigene Gebäude in der Italienallee in Bozen, in der ehemals die staatliche Telefongesellschaft ihren Sitz hatte, soll nach 30 Jahren wieder Leben einziehen: Nach Umbau und Einrichtung soll es Südtirols erstes Cohousing- und Coworking-Projekt für junge Menschen beheimaten. Die Landesregierung hat am Dienstag grünes Licht für das innovative Jugendprojekt in Bozen gegeben.

Der Sprung in die Selbstständigkeit

„Es handelt sich dabei um ein Pilotprojekt, von dem wir uns positive Auswirkungen auf das soziale Gefüge der Stadt erwarten und das als Beispiel für ähnliche Projekte in anderen Gemeinden herangezogen werden könnte“, erläuterte nach der Regierungssitzung Landesrat Christian Tommasini.

Es geht dabei um neue Formen des gesellschaftlichen Zusammenwirkens, des gemeinsamen Wohnens und Arbeitens, das sogenannte Cohousing und Coworking. Junge Leute oder Familien finden dabei Unterkunft zu einem begünstigten Mietzins, wobei auch Arbeitsräume zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung stehen. Dies soll den Sprung in die Selbständigkeit und eventuell auch in das Unternehmertum ermöglichen.

Auch würden auf diese Weise verschiedene Fachkompetenzen unter einem Dach vereint, was die Entwicklung neuer Arbeitsformen vorantreiben könnte, so Landesrat Tommasini. Als Gegenleistung verpflichten sich die Jugendlichen, die sich am Projekt beteiligen, Zeit für soziale Zwecke zur Verfügung zu stellen. Dies würde sich auf die Wohngemeinschaft des Gebäudes sowie auf das gesamte Stadtviertel positiv auswirken. Neue kulturelle Angebote und Möglichkeiten der Begegnung könnten sich dadurch entwickeln.

Haus wird für 6 Millionen Euro saniert

Die Landesregierung stimmte am Dienstag der Sanierung und dem Umbau des verwahrlosten Gebäudes in der Italienallee zu. Der dafür nötige Betrag von geschätzten sechs Millionen Euro soll im Zeitraum von drei Jahren aufgebracht werden.

Was den Umbau des Gebäudes angeht, so soll neben dem Landesamt für Bauerhaltung auch die Zusammenarbeit mit dem Institut für den sozialen Wohnbau (WOBI) angestrebt werden, das über Fachkompetenz und Erfahrung in diesem Bereich verfügt. Was hingegen die Projektinhalte betrifft, so wird eine Zusammenarbeit mit den drei Jugendbeiräten angestrebt. Diese sollen Vorschläge für die Nutzung des Gebäudes einbringen und auch bei der Festlegung der Ausschreibungskriterien mitarbeiten.
Zudem soll eine soziologische Erhebung empirische Daten über die Bedürfnisse, Erwartungen und Wünsche möglicher junger Bewohner erheben, die als Zielgruppe des Projekts definiert wurden. „Viele Jugendliche haben heute Schwierigkeiten, autonom Entscheidungen zu treffen und aktiv an der sozialen Entwicklung teilzuhaben.

Wohnung und Arbeit stellen die wichtigsten Voraussetzungen dar, um sie auf diesem Weg zu unterstützen – dies gilt ganz besonders in einem urbanen Umfeld“, so Landesrat Tommasini, der am Dienstag auch darauf hinwies, dass es für die Umsetzung dieses innovativen Wohn- und Arbeitsprojekts auch noch gesetzgeberischer Maßnahmen bedürfe.

stol

stol