Mittwoch, 06. Juni 2018

Conte plant Bankenreform in Italien: Zukunft von Gas-Pipeline unklar

Die neue italienische Regierung skizziert erste Leitlinien ihrer Wirtschaftspolitik. Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte am Mittwoch, er wolle den genossenschaftlichen Bankensektor anders organisieren als die bisherigen Regierungen. Details nannte er nicht. Investmentbanken sollen zudem von Privatkundenbanken getrennt werden.

Ministerpräsident Giuseppe Conte will den genossenschaftlichen Bankensektor anders organisieren als die bisherigen Regierungen. - Foto: Ansa
Ministerpräsident Giuseppe Conte will den genossenschaftlichen Bankensektor anders organisieren als die bisherigen Regierungen. - Foto: Ansa

Die italienischen Banken sitzen immer noch auf einem riesigen Berg fauler Kredite – eine Altlast der jahrelangen Wirtschaftsflaute des Landes. Conte steht der neuen Regierung aus 5-Sterne-Bewegung und Lega vor. Er war bisher Jura-Professor in Florenz und wenig erfahren in der Politik.

Auch in der Energiepolitik könnte es einen neuen Kurs geben. Umweltminister Sergio Costa, der für die 5 Sterne im Kabinett sitzt, stellte den Bau des letzten Abschnitts eines 40 Milliarden Dollar (34,3 Milliarden Euro) schweren Pipeline-Projekts infrage.

Angesichts einer geringeren Nachfrage nach Gas sei das Projekt, das Gas von Asien nach Europa leiten soll, sinnlos. Unklar ist, ob es tatsächlich zu einer Abkehr von den Plänen kommt, weil hier noch andere Minister mitreden. Sollte es dazu kommen, dürfte es Zwist mit den beteiligten Konzernen BP, Snam und Enagas geben.

apa/reuters

stol