Donnerstag, 01. Oktober 2020

Coronakrise gefährdet 1,3 Millionen Jobs im italienischen Tourismus

Wegen der Coronakrise sind 1,3 Millionen Jobs im italienischen Tourismus gefährdet. Nach einem Rekordjahr für die Beschäftigung im Fremdenverkehr 2019 ist der Tourismus in Italien mit einer dramatischen Krise konfrontiert, geht aus Angaben des Beobachtungszentrums für den Tourismus (EBNT) hervor. Dabei macht der Fremdenverkehr 13 Prozent des italienischen Bruttoinlandprodukts (BIP) aus.

Aufgrund der Coronakrise gab es einen starken Einbruch in Italiens Tourismus.
Aufgrund der Coronakrise gab es einen starken Einbruch in Italiens Tourismus. - Foto: © APA/afp / VINCENZO PINTO
44 Millionen Stunden Kurzarbeit wurden zur Stützung der Mitarbeiter im Tourismusbereich gezahlt, was 254.000 Vollzeit-Gehältern entspricht. Die Zahl der Saisonsverträge im Tourismusbereich brach von Jänner bis Mai 2020 um 80 Prozent ein. 60 Prozent weniger befristete Verträge wurden abgeschlossen. Dies wirke sich vor allem negativ auf die Beschäftigung von Frauen und Jugendlichen aus, die im Tourismusbereich bisher viele Jobmöglichkeiten gefunden hatten, berichtete EBNT.

Um dem von der Coronakrise schwer gebeutelten Fremdenverkehr unter die Arme zu greifen, richtet Italien jetzt einen nationalen Tourismusfonds ein. Ziel des Fonds, an dem sich die staatliche Förderbank CDP beteiligt, ist die Stützung des Tourismus, unter anderem durch die Verwertung von Immobilien wie traditionsreiche Hotels.

2 Milliarden Euro, die zum Teil aus dem EU-Wiederaufbauprogramm „Recovery Fund“ stammen, werden in den Fonds fließen. „Dieser Fonds ist ein wichtiges Instrument zur Förderung des Tourismus, eines Hauptelements der italienischen Wirtschaft“, berichtete Tourismusminister Dario Franceschini.

apa