Freitag, 26. Juni 2020

Coronakrise: Südtirols Unternehmen im gesamtstaatlichen Vergleich

Das Nationalinstitut für Statistik ISTAT hat zusammen mit dem Landesinstitut für Statistik ASTAT die Erhebung „Lage und Zukunftsaussichten der Unternehmen im Covid-19-Notstand“ durchgeführt und die Lage der Südtiroler Unternehmen gesamtstaatlich verglichen.

Immer mehr Südtiroler Unternehmen setzen auf das Smart Working.
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Immer mehr Südtiroler Unternehmen setzen auf das Smart Working. - Foto: © shutterstock
Ziel der Erhebung des Nationalinstituts für Statistik ISTAT und des Landesinstituts für Statistik ASTAT war es, zu zeigen wie Unternehmen in Südtirol und dem restlichen Staatsgebiet die Auswirkungen des Gesundheitsnotstands und der Wirtschaftskrise auf ihre Tätigkeit einschätzen.

Der Bezugszeitraum der erhobenen Daten bezieht sich auf die Phase 1 (zwischen 9. März und 3. Mai) sowie die Phase 2 (ab 4. Mai) des Gesundheitsnotstands aufgrund von Covid-19.

Ein Drittel der Südtiroler Unternehmen hat weiter
gearbeitet

Bis zum 4. Mai konnten in Südtirol rund 36 Prozent der befragten Unternehmen während des gesamten Zeitraums des Covid-19-Notstands weiterarbeiten. Dieser Anteil ist höher als der gesamtstaatliche Wert (32,5 Prozent) und als jener für die nordöstlichen Regionen Italiens (31,4 Prozent). Auch im Vergleich zum Trentino (22,4 Prozent) konnten in Südtirol deutlich mehr Unternehmen weiterarbeiten.

In Südtirol haben ca. 5 Prozent der Unternehmen ihre Arbeiten freiwillig eingestellt und über 58 Prozent mussten ihre Arbeit mittels Dekret aussetzen. Hierbei liegt Südtirol etwas über dem gesamtstaatlichen Wert von 53 Prozent.

Smart-Working nimmt zu

Neben dem Anstieg an Smart-Working, erhöhte sich auch der Anteil an Arbeitsstunden. Im nationalen Vergleich ist der Südtiroler Wert 4 mal so hoch wie der italienische Durchschnitt von 1,2 Prozent.

Die Umsatzschwankungen, die von den Südtiroler Unternehmen angegeben wurden, entsprechen weitgehend den Werten der Vergleichsgebiete. Die größte Ausnahme ist der Anteil der Unternehmen, die einen fast gleich hohen Umsatz verzeichnen (16,5 Prozent). In Südtirol sind dies fast doppelt so viele Unternehmen wie durchschnittlich in Italien und fast dreimal so viele wie im Trentino.

1 Prozent der Betriebe droht dauerhafte Schließung

Bei knapp 40 Prozent der Südtiroler Unternehmen ging der Umsatz um die Hälfte zurück. In dieser Kategorie schneidet Südtirol im gesamtstaatlichen Vergleich (41,4 Prozent) besser ab.

Aktuell geben rund 1 Prozent der Südtiroler Unternehmen an, dass sie aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr in der Lage seien aufzusperren. Dieser Prozentsatz deckt sich mit den durchschnittlichen gesamtstaatlichen Angaben.

Nahezu alle Südtiroler Unternehmen haben zur Vorbeugung und Bekämpfung der Verbreitung des Virus die Arbeitsumgebung desinfiziert und/oder persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt.

Kaum Neueinstellungen in Südtirol und mehr Entlassungen als im Rest Italiens

Ungefähr die Hälfte der Südtiroler Unternehmen griff auf die Lohnausgleichskasse zurück. Im restlichen Staatsgebiet wurden mehr Arbeitnehmer in den Lohnausgleich geschickt (63,1 Prozent). Zudem hat etwa ein Drittel der hiesigen Betriebe die Beschäftigten in den Pflichturlaub geschickt.

Über den gesamtstaatlichen Werten liegen hingegen die Anteile der Südtiroler Unternehmen, welche die Verträge von befristet beschäftigtem Personal und von externen Mitarbeitern nicht verlängert haben (10,1 Prozent zu 6,6 Prozent in Italien), welche Personen entlassen haben (2,6 Prozent zu 0,7 Prozent) und welche geplante Einstellungen von Personal aufgeschoben haben (26,2 Prozent zu 12,2 Prozent). Dabei wurden kaum Neueinstellungen getätigt.

Mittelfristig befürchtet mehr als ein Drittel der Unternehmen in Südtirol, dass ernsthafte betriebliche und existenzielle Gefahren für den Betrieb bestehen.

jno

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