Dienstag, 25. Februar 2020

Coronavirus lässt Börsenkurse in Europa fallen – Goldpreis steigt

Die Ausbreitung des Coronavirus in Italien mit mehreren Toten hat die europäischen Börsen zu Wochenbeginn auf Talfahrt geschickt. In Mailand brachen die Kurse sogar um knapp 5 Prozent ein. Die Börsen in Wien, London, Frankfurt, Madrid und Zürich stürzten am Vormittag um bis zu 4 Prozent ab. Der Goldpreis erreicht hingegen Rekordhöhen.

Auch die „Borsa Italiana“ in Mailand leidet unter dem Coronavirus.
Auch die „Borsa Italiana“ in Mailand leidet unter dem Coronavirus. - Foto: © APA (AFP) / GIUSEPPE CACACE
Zuvor hatten bereits die Börsen in Asien im Minus geschlossen. Das Börsenbarometer in Seoul stürzte bis Handelsschluss um 3,9 Prozent ab. Die Behörden in Südkorea hatten zuvor einen Anstieg der Coronavirus-Infektionen gemeldet. Der Hang Seng Index an der Börse in Hongkong fiel um 1,8 Prozent. Die Börse in Shanghai schloss dagegen um lediglich 0,3 Prozent niedriger.

Die Anleger hätten realisiert, dass es zu früh gewesen sei, negative Folgen der Epidemie in China auf die Wirtschaft als vernachlässigbar abzutun, erklärte der Analyst Milan Cutkovic von AxiTrader. „Die Investoren, die dachten, ihre Anlagen in den USA oder in Europa seien vor der Angst vor dem Coronavirus sicher, müssen jetzt umplanen“, sagte auch Analyst Jasper Lawler von der London Capital Group.

An der Börse in Frankfurt am Main litten vor allem vom Tourismus abhängige Unternehmen wie die Lufthansa. Ihr Aktienkurs stürzte am Vormittag um mehr als 7 Prozent ab. Auch die Papiere der Automobilhersteller und -zulieferer gaben stark nach; sie machen einen großen Teil ihrer Umsätze in China und haben dort auch Fabriken.

Die Konjunkturängste drückten auch auf die Ölpreise. Denn werden die Wirtschaftsaktivität und die Reisetätigkeit ausgebremst, fällt das ohnehin schon bestehende Überangebot am Ölmarkt noch größer aus, erklärt Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank.

Gefragt waren hingegen die als sichere Häfen geltenden Anlagen. Der Goldpreis stieg auf ein Siebenjahreshoch, näherte sich der Marke von 1.700 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) und erreichte in Euro umgerechnet sogar einen Rekord von 1.561 Euro.

apa