So reagieren Südtirols Verbraucherschützer und Tankstellenpächter auf die neuen Transparenzregeln für Tankstellen.<BR /><BR /> Kernelement des Dekrets ist die Pflicht zum Ausweisen der Preise – und zwar nicht nur der eigenen Verkaufspreise, sondern der italienischen Durchschnittspreise für Treibstoffe. Wer die Pflicht mehrfach verletzt, muss mit einer Betriebsunterbrechung von 7 bis 90 Tagen rechnen, wie es in der Regierungsmitteilung heißt.<BR /><BR />Gunde Bauhofer, Leiterin der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS), begrüßt zwar grundsätzlich jede Maßnahme, die mehr Information für Verbraucher mit sich bringt. „Dass damit aber die Preise fürs Tanken in Südtirol nennenswert sinken werden, halte ich für sehr unwahrscheinlich“, sagt sie. „Viel eher dürfte sie zu viel Unmut bei den Autofahrern führen, die die Durchschnittspreise lesen, aber zu diesen Preisen nicht tanken können.“ Bauhofer verweist in diesem Zusammenhang auf eine Studie der VZS vom Juli des vergangenen Jahres: „Wir haben die Preise von Tankstellen in Südtirol mit jenen in anderen Regionen Italiens verglichen. Hierbei zeigte sich, dass bei uns Benzin um 5,3 bis 12,11 Prozent mehr kostet als bei den südlichen Nachbarn, Diesel zwischen 4,5 und 12,3 Prozent mehr.“ Bauhofer stellt sich dennoch schützend vor die Tankstellenbetreiber, die ihrerseits kaum Spielraum bei der Preisgestaltung hätten.<BR /><BR />Walter Soppera, Präsident der Tankstellenpächter im hds, bestätigt das: „Unsere Marge liegt im Schnitt bei 3 Cent je Liter. Da macht sich keiner die Taschen voll.“ Warum das Tanken in Südtirol teurer sei, habe mehrere Gründe: „Ein Grund sind die längeren Transportwege, ein weiterer das generell hohe Preisniveau in Südtirol. Bei uns ist vieles teurer, und eben auch der Treibstoff.“ Ein weiterer Grund sei, dass es in anderen Regionen Großtankstellen und Tankstellen in Einkaufszentren gebe, die Sprit teils zum Einkaufspreis verkaufen würden. Zu guter Letzt sei auch der Treibstoff hierzulande ein anderer: „Winterdiesel verkauft unterhalb von Rovereto kaum jemand, den benötigen nur wir hier“, so Soppera.<BR /><BR />Dass die Tankstellenbetreiber nun als „Zielscheibe herhalten müssen“, macht ihn fassungslos: „Da knöpft man sich das schwächste Glied in der Kette vor, die Tankstellenbetreiber. Das ist für mich nichts als Aktionismus in Reinform. Damit will man zeigen, dass man etwas gegen die gestiegenen Treibstoffpreise unternimmt, in Wahrheit erreicht man damit aber gar nichts. Vielmehr verärgert man die Autofahrer, die wiederum ihren Ärger auf uns abladen.“ Aber das sei man mittlerweile gewohnt, stellt Soppera ernüchtert fest.<BR />