Sonntag, 23. Juni 2019

Daimler muss 60.000 Diesel zurückrufen

Nach dem Auffliegen des Diesel-Skandals vor inzwischen vier Jahren schauen die amtlichen Prüfer genauer hin – und verdonnern nun erneut Daimler zu Konsequenzen. Der Konzern widerspricht den Vorwürfen.

Der Autobauer Daimler muss rund 60 000 Diesel-Geländewagen in Deutschland wegen des Vorwurfs einer illegalen Abgastechnik in die Werkstätten holen
Der Autobauer Daimler muss rund 60 000 Diesel-Geländewagen in Deutschland wegen des Vorwurfs einer illegalen Abgastechnik in die Werkstätten holen - Foto: © shutterstock

Der Autobauer Daimler muss rund 60 000 Diesel-Geländewagen in Deutschland wegen des Vorwurfs einer illegalen Abgastechnik in die Werkstätten holen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ordnete am Freitag einen Pflicht-Rückruf mit Sofortvollzug für die betroffenen Modelle vom Typ Mercedes-Benz GLK 220 an, wie das Bundesverkehrsministerium am Samstag auf Anfrage mitteilte.

Zuerst hatte die „Bild am Sonntag“ darüber berichtet. Daimler weist die Vorwürfe einer Manipulation von Abgaswerten zurück. Man wolle sich juristisch gegen den Betrugsvorwurf wehren, sagte ein Konzernsprecher.

Verdacht seit Mitte April

Der Verdacht gegen das fragliche Mercedes-Modell GLK 220 CDI aus den Produktionsjahren 2012 bis 2015 war Mitte April publik geworden. Damals hieß es, das KBA sei im Herbst 2018 auf eine verdächtige Software-Funktion bei dem Motor OM 651 gestoßen. Demzufolge sollen Abgaswerte mithilfe eines Computerprogramms gesenkt worden sein – aber nur auf dem Prüfstand und nicht im täglichen Verkehr.

Die jetzige amtliche Anordnung ist für Daimler nicht die erste. Im August 2018 ordnete das KBA einen Rückruf für europaweit 690 000 Diesel an, darunter für 280 000 Fahrzeuge in Deutschland. Daimler hatte damals betont, man kooperiere mit den Behörden. Der Konzern legte aber Widerspruch ein.

dpa

stol