Lesen Sie hier, welche Faktoren den Euro auf einen historischen Tiefstand gedrückt haben.<BR /><BR />Bis vor kurzem war nicht daran zu denken, dass sich Euro und Dollar angleichen könnten. Nun liegt der Euro sogar hinter der US-Währung und was einst als Schreckensszenario galt, wird nun zum angestrebten Ziel: Die Parität zwischen Euro und Dollar wieder herstellen. <BR /><BR />Die wirtschaftliche und geopolitische Lage in der Eurozone hat den Euro ins Schwanken gebracht und den Wechselkurs auf 0,987 Dollar gedrückt. Einen Tiefstand, den es zuletzt vor 20 Jahren zu verzeichnen gab. <BR /><BR />Noch am Beginn des Jahres konnte man für einen Euro 1,15 Dollar kaufen. Innerhalb weniger Monate hat die Währung aber 16 Prozent ihres Wertes verloren. Die Gründe dafür sind vielfältig.<h3>Aggressive Zinspolitik der Fed</h3>Laut der italienischen Wirtschaftszeitung „IlSole24Ore“ verliert der Euro im Vergleich zum Dollar aus 3 Gründen an Boden . Der erste Grund betrifft die unterschiedliche Geldpolitik in der Eurozone und in den USA. Im Vergleich zur EZB geht die Federal Reserve an der Zinsfront mit größeren Aggressivität vor.<BR /><BR /> Seit Jahresbeginn hat die Fed die Zinssätze um 250 Basispunkte angehoben, während die EZB derzeit bei 50 Basispunkten verharrt. Auch wenn die EZB kürzlich in die Gänge gekommen scheint und damit den Weg der geldpolitischen Straffung eingeschlagen hat, hinkt sie der US-Notenbank derzeit noch hinterher.<h3> Deutsche Handelsbilanz auf historischem Tief</h3>Der 2. Grund betrifft die Handelsbilanz. Erstmals seit 1981 verzeichnet Deutschland, die größte Volkswirtschaft der Eurozone, im Jahr 2022 ein Handelsdefizit. Wie „IlSole24Ore“ schreibt, ist das Verhältnis zwischen deutschen Importen und Exporten auf den niedrigsten Stand seit 40 Jahren gesunken. Das führt zu einer höheren importierten Inflation und einem geringeren Wachstum.<h3> Abhängigkeit im Energiesektor macht Eurozone anfällig</h3>Letztlich trägt auch der Konflikt mit Russland und die daraus resultierende Energiekrise zur Schwächung des Euros bei. Während sich die USA selbst mit Energie versorgen, sind die europäischen Staaten in hohem Maße von Gas-Lieferungen aus Russland abhängig. Das macht die Eurozone anfällig für die Auswirkungen von Versorgungsunterbrechungen, die wir aktuell täglich in Form von hohen Energiekosten zu spüren bekommen.<BR /><BR />Im Gegensatz dazu hält sich das Wachstum in den USA laut „IlSole24Ore“ weiterhin gut. Die Fed ist auf dem besten Weg, die Zinssätze deutlich stärker anzuheben als die EZB, was dem Euro und vielen anderen Währungen auf relativer Basis schaden könnte.