Mittwoch, 08. Juli 2020

Darum kann Italien die Mehrwertsteuer nicht senken

Seit Deutschland die Mehrwertsteuer gesenkt hat, denkt auch Italiens Politik über eine solche Maßnahme nach. Ziel wäre es, in Zeiten der Krise die Kauflaune der Konsumenten zu steigern. Doch kann diese Rechnung aufgehen? Das hat der „WIKU“ den Steuerexperten Walter Steinmair gefragt.

Mehr dazu lesen Sie im aktuellen „WIKU“.
Badge Local
Mehr dazu lesen Sie im aktuellen „WIKU“. - Foto: © shutterstock
Billiger einkaufen: Wer möchte das nicht? Speziell in Zeiten der Krise. Das hat sich auch die deutsche Bundesregierung gedacht und daher die Mehrwertsteuer für ein halbes Jahr von 19 auf 16 Prozent gesenkt. Zum Vergleich: In Italien liegt der normale Steuersatz derzeit bei 22 Prozent.



Italiens Politik liebäugelt mittlerweile auch mit dieser Vorstellung. Man prüfe die Möglichkeit, erklärte Premier Giuseppe Conte, es würde jedoch sehr viel kosten.

Die Schätzungen sprechen von 3 und 8 Milliarden Euro. Die oppositionelle Lega, die sich die Senkung des Steuerdrucks auf die Fahne geschrieben hat, erklärte sich bereit, konkrete Pläne zu unterstützen.

Auch Südtiroler Politiker sprechen sich für eine Mehrwertsteuersenkung aus: „Die italienische Regierung sollte dem Beispiel Deutschlands und Österreichs folgen und die Mehrwertsteuersätze zumindest temporär reduzieren“, forderte etwa jüngst der SVP-Landtagsabgeordnete Helmut Tauber.

Speziell in den von der Corona-Pandemie stark betroffenen Sektoren, wie Handel, Beherbergung und Gastronomie, würde eine Reduzierung das zu einer Belebung beitragen, meinte er.

Steuerexperte Steinmair hält allerdings wenig von der Senkung. Schließlich sei die Ausgangssituation hierzulande eine komplett andere als in Deutschland, wie er im „WIKU“-Interview sagt. Und das vor allem aus einem Grund: „In Italien ist heute das Geld für eine solche Maßnahme schlichtweg nicht vorhanden.“



Mehr dazu lesen Sie im aktuellen „WIKU“.


stol

Schlagwörter: