Roland Sandrin, Ausschussmitglied im Italienischen Tennis- und Padelverband (FITP), liefert konkrete Zahlen: „2019 waren in Südtirol 4806 aktive Spieler bei uns gemeldet, davon 2319 Wettkampfspieler. Im vergangenen Jahr waren es 7025 bzw. 2778.“ Ein Plus bei den Aktiven von fast 50 Prozent in nur 4 Jahren. „Wie es aussieht, dürften wir 2024 die Zahlen noch einmal steigern können“, so Sandrin. Was die angeschlossenen Vereine angehe, seien seit 2019 5 dazugekommen – aktuell seien es 81 in ganz Südtirol. <BR /><BR /><embed id="dtext86-65083977_quote" /><BR /><BR />Wie hoch ist der Anteil des Sextner Sportstars an diesem Tennis-Aufschwung? „Mehr Bewegung auf den heimischen Plätzen stellen wir schon länger fest. Aber sicher haben die großen Erfolge Sinners einen neuen Boom ausgelöst“, so der FITP-Funktionär gegenüber diesem Medium. Ein weiteres Indiz für das verstärkte Interesse am Tennissport sei der rege Kursbetrieb in den Vereinen: „Derzeit übersteigt die Nachfrage nach Kursen das verfügbare Angebot bei weitem.“ Und noch ein Aspekt verdeutlicht die wachsende Popularität der gelben Filzkugel: Pro Jahr werden in Südtirol 60 bis 70 Amateur-Tennisturniere ausgetragen. <h3> Sinner und der Sportfachhandel</h3>Und wie sieht es mit dem Sinner-Effekt im Handel aus? Andreas Spitaler von Spitaler Sports in Frangart/Eppan hält den Ball flach: „Es ist sicher nicht so, dass wegen ihm die Verkäufe durch die Decke gehen. Da ist der Hype eindeutig größer als das Umsatzplus im Verkauf“, meint der Besitzer des Fachgeschäfts, das spezialisiert ist auf Tennis-, Golf- und Skiausrüstung.<BR /><BR /><embed id="dtext86-65083972_quote" /><BR /><BR /> „Ich bin seit 1980 in der Branche und wenn ich eins gelernt habe, dann, dass Tennis in Wellen verläuft – es gibt Phasen, in denen der Sport beliebter ist und dann gerät er wieder etwas in den Hintergrund.“ <BR /><BR />Seit einigen Jahren sei Tennis wieder im Aufwind – und zwar bei allen Altersgruppen. Gestiegen sei vor allem die Nachfrage nach Tennisschlägern und zum Teil auch -Schuhen. „Ein Sinner, der an der Spitze steht, hilft diesem Trend, aber er hat ihn nicht ausgelöst. Ich bin ohnehin keiner, der Entwicklungen ausschließlich mit Personen verknüpft; beim Tennis-Boom vor über 30 Jahren war es auch nicht nur der Verdienst von Boris Becker, dass plötzlich jeder Tennis spielen wollte“, so Spitaler. <BR /><BR />Überhaupt sei die heutige Situation mit damals nicht ganz zu vergleichen. „Früher gab es mehr Plätze im Land und man musste die Tennisstunde teilweise 2 Wochen im Voraus reservieren. So extrem ist es aktuell nicht.“<h3> Sinner und der Tourismus</h3>Wenn die internationale Presse über Jannik Sinner berichtet, fällt zumeist auch der Name seines Heimatdorfes Sexten. „Und dies ist sicherlich positiv für den Tourismus in der Region, denn dadurch wird die Feriendestination immer wieder in Erinnerung gerufen“, sagt Waltraud Watschinger, Hotelierin und Präsidentin des Tourismusvereins Sexten. Sie selbst merkt den Sinner-Effekt auch in ihrem Hotel. „So manch ein Gast hat mich bereits wissen lassen, durch die Berichterstattung über Sinner auf Sexten aufmerksam geworden zu sein – besonders merkt man das bei italienischen Gästen.“ <BR /><BR /><embed id="dtext86-65081589_quote" /><BR /><BR />Doch aus Eigeninitiative heraus Sexten als „Sinner-Dorf“ zu bewerben, um daraus Profit zu schlagen, lehnt sie strikt ab: „Wir möchten die Familie schützen und uns diskret verhalten. Sexten soll kein Wallfahrtsort werden.“ Immerhin sei Sexten Sinners Heimat, „und Heimat soll ein Lieblingsort bleiben, in dem man sich auch wohl fühlen kann“. <BR /><BR />Nichtsdestotrotz: Einen positiven Effekt auf den dortigen Tourismus hat Sinner auf alle Fälle.