Sie warnt vor allem vor schwindligen Angeboten im Internet. Aber auch viel Geld am Bankkonto ist zu Zeiten so hoher Inflation ein Verlustgeschäft.<BR /><BR /><b>Sparen die Südtiroler nach wie vor?</b><BR />Gunde Bauhofer: Laut Daten der Banca d'Italia haben die Spareinlagen der Südtiroler seit 2015 zugenommen. Aber ich bin überzeugt, dass sie derzeit abnehmen. Laut jüngstem AFI-Barometer sehen sich ja 2 von 3 Arbeitnehmer im Land außer Stande, noch Geld anzusparen. Und eine so hohe Inflation wie derzeit bedeutet zudem, dass das Geld, das am Bankkonto liegt, jeden Tag an Wert verliert. Das bedeutet gleichzeitig einen klaren Verlust der Kaufkraft. <BR /><BR /><b>Das heißt, wenn Geld auf die hohe Kante, dann nicht aufs Bankkonto?</b><BR />Bauhofer: Ich muss mir im Klaren sein, dass ein Kontokorrent eine Dienstleistung und keine Geldanlage ist. Beim Konto fallen zudem Steuern und Spesen an. Aber bekanntlich trägt man nicht alle Eier im selben Körbchen. Das heißt, wer Geld auf die hohe Kante legt, sollte unbedingt diversifizieren.<BR /><BR /><b>Nämlich?</b><BR />Bauhofer: Das heißt, das Geld in verschiedenen Produkten anlegen. In der aktuellen Lage ist es für Sparer jedenfalls ratsam, in langen Zeiträumen zu denken. Generell gilt, bei jeder Einlage den zeitlichen Horizont genau abzuklären. Natürlich ist auch das Risiko der Anlage nicht außer Acht zu lassen. Und nicht zuletzt sollten Sparer immer darauf achten, ob die Einlage mit der eigenen Ethik vereinbar ist. <BR /><BR /><b>Zeigt die Anhebung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank Wirkung?</b><BR />Bauhofer: Festzustellen ist, das die Sparprodukte, zumindest jene, die die gesamtstaatlichen Banken anbieten, auf die Zinserhöhungen durch die EZB reagiert haben. Derzeit werden auf solch langjährige Produkte Zinsen von 4 Prozent angeboten. Das wäre anfangs des Jahres noch undenkbar gewesen. <BR /><BR /><b>Worauf heißt es besonders aufpassen?</b><BR />Bauhofer: Auf alles, was im Internet so angeboten wird. Beim Online-Trading heißt es erst einmal einzahlen und dann ist das Geld plötzlich weg. Bei solchen Angeboten handelt es sich um einen Fake. Wir hatten auch schon Fälle, in denen 300.000 Euro spurlos verschwunden sind. Die Geprellten haben dann meist große Scheu, darüber zu sprechen. Und die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft enden in solchen Fällen meist im Nichts. Fest steht: Eine hohe Rendite ohne Risiko gibt es nicht. Dessen muss man sich immer bewusst sein. Eine Faustregel sollte sein: Je komplexer und unverständlicher ein Finanzprodukt ist, umso mehr heißt es: Finger weg davon.