<b>Herr Pinzger, zufrieden mit der Sommersaison?</b><BR />Manfred Pinzger: Ja, die Ergebnisse sind positiv. Der Tourismus hat einen guten Sommer hinter sich. Die Bilanz zeigt aber eines auch deutlich – und zwar, dass wir noch stärker daran arbeiten müssen, die Aufenthaltsdauer der Gäste zu verlängern. <BR /><BR /><BR /><b>Diese lag im Sommer bei durchschnittlich 4,3 Tagen pro Gast und unter den Niveaus von 2022 und 2021. </b><BR />Pinzger: Richtig. Es muss unser gemeinsames Ziel sein, dazu beizutragen, dass die Gäste, die zu uns kommen, auch länger bleiben. Durch entsprechende Angebote und Urlaubspakete können wir dies aktiv fördern. Eine längere Aufenthaltsdauer bedeutet eine effizientere Nutzung der Ressourcen und ein geringeres Verkehrsaufkommen. <BR /><BR /><BR /><b>Was die Daten auch zeigen, ist, dass deutsche Gäste nach wie vor klar auf Platz eins liegen, während der Anteil der Italiener eher sinkt. </b><BR />Pinzger: Beim italienischen Gast spüren wir schon länger eine gewisse Zurückhaltung, beim deutschen Gast beobachten wir hingegen, dass er zwar nicht auf den Urlaub verzichtet, aber bei den Nebenausgaben im Urlaub genauer hinschaut. Die Gründe sind ähnlich: Die Nach-Corona-Euphorie der Jahre 2022 und teilweise 2023 ist vorbei, die Kaufkraft vieler hat nachgelassen und dazu kommt – besonders im Falle Deutschlands – die Wachstumsschwäche der eigenen Wirtschaft. Und es sieht nicht so aus, als würde sich daran zeitnah etwas ändern.<BR /><BR /><BR /><b>Gehen Sie von einem schwierigeren Tourismusjahr 2025 aus?</b><BR />Pinzger: Ich würde es so sagen: Es gibt einiges, das mir zu denken gibt. Neben dem schwachen Wachstum in Deutschland ist es auch die Problematik rund um die Verkehrsinfrastukturen; angefangen bei der Lueg-Brücke bis hin zu Unterbrechungen im Bahnverkehr in Südtirol wegen Bauarbeiten. Das sind alles nicht optimale Rahmenbedingungen. Dennoch wollen wir mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Jetzt soll unser Augenmerk, wie erwähnt, vor allem darauf liegen, Urlauber dafür zu begeistern, dass sie Südtirol nicht für einen Kurz-Trip, sondern für einen längeren Aufenthalt buchen.