Um eines vorwegzunehmen: Es gibt wohl kaum einen Sportler, der in erster Linie ans Geld denkt. Er will gewinnen, am liebsten eine Medaille bei Olympia, um sich (und vielleicht der Welt) zu beweisen, dass er zu den Besten in seinem Sport zählt. „Das Finanzielle ist ein angenehmer Nebeneffekt, aber nicht der ausschlaggebende Faktor“, erklärt Georg Pircher, langjähriger Manager von Rodellegende Armin Zöggeler und Ski-Ass Dominik Paris.Dennoch: Gewinnen macht sich bezahlt, auch – und gerade – bei Olympia. Wer für Italien Gold gewinnt, bekommt vom italienischen olympischen Komitee (CONI) eigenen Angaben zufolge 150.000 Euro, Silber wird mit 100.000, Bronze immerhin noch mit 50.000 Euro belohnt. Vor Steuern wohlgemerkt. Stolze Summen, auch im internationalen Vergleich: In den USA kriegen die Erstplatzierten umgerechnet 30.000 Euro. Eine Silbermedaille ist dem US-Verband 18.000 Euro wert und eine Bronzemedaille etwa 12.000 Euro. Deutschland zahlt an ihre Sportler 20.000, 15.000 bzw. 10.000 Euro.Sponsoren lieben MedaillenNeben diesen Leistungsprämien, die der Sportler von institutioneller Seite erhält, spielen Boni von Sponsoren eine wesentliche Rolle: „Es ist üblich, dass man in Verträgen mit dem Hauptsponsor und gegebenenfalls mit Materialsponsoren des jeweiligen Athleten Extra-Zahlungen vereinbart, die beim Gewinn von Medaillen bei Olympia oder Weltmeisterschaften ausgeschüttet werden. Da gibt es keine Standardklauseln, alles wird individuell ausverhandelt. Bei Verträgen mit Nebensponsoren ist das hingegen eher weniger der Fall“, weiß Pircher.Hauptsponsor ist üblicherweise derjenige, der sich die Werbefläche am Helm sichert. Die Prämien, die auf diese Weise hinzukommen, können bei den Topverdienern im Wintersport gut und gerne 6-stellig ausfallen. „Zudem verbessert sich der Marktwert und die Verhandlungsposition des Athleten deutlich. Man kann den Fixanteil des Sponsoring-Vertrages nach einem Medaillengewinn für die kommenden Jahre nach oben schrauben, auch weil mehr Sponsoren um den Sportler buhlen“, so der Sportmanager.Bei Nischensportarten, die einen wesentlichen Teil der olympischen Disziplinen ausmachen, fällt eine Medaille besonders ins Gewicht: Wenn man Ski Alpin und noch wenige andere Sportarten mal außen vorlässt, bei denen auch im Verlauf der Saison hohe Siegprämien bezahlt werden (Beispiel Kitzbühel: 75.000 Euro für einen Abfahrtssieg), sind die Preisgelder laut Stefan Leitner, Geschäftsführer der Südtiroler Sporthilfe, vielfach nicht berauschend.Und auch die Öffentlichkeit, die viele Wintersportarten abseits vom Mega-Event Olympia erhalten, sei eher gering. Das Prinzip laute: Wenige bekommen viel (Geld und Öffentlichkeit) und viele wenig. Marcel Hirscher und Lindsey Vonn etwa, die Bestverdiener im Ski-Weltcup, kommen auf ein geschätztes Einkommen von je 3 Millionen Euro jährlich (inklusive Sponsorengelder). D/hil Den vollständigen Artikel und alle Hintergründe gibt es in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".