Das Reisen und Schlafen auf vier Rädern boomt weiterhin – trotz hoher Spritpreise. Laut dem italienischen Branchenverband APC wurden vergangenes Jahr 7.936 neue Fahrzeuge zugelassen – ein Plus von 10,5 Prozent. Auch der Gebrauchtmarkt wuchs um 6,05 Prozent. <BR /><BR />Dies spüren auch die Verkaufshändler in Südtirol: „Die Nachfrage im Sektor ist noch groß. Zwar nicht mehr so groß wie damals nach Covid, aber der Markt wächst weiterhin“, erklärt Andrea Tosi, Geschäftsführer von Camping & Caravan in Meran, einem der führenden Vertragshändler des Landes. Lediglich die schwächelnde Wirtschaft in Deutschland hat den Markt etwas abgebremst. <h3> Mehr Luxus, mehr Vans, mehr Offroad</h3>Nichtsdestotrotz entwickelt sich der Markt immer weiter. Sichtbar wird dies derzeit auf dem Caravan Salon in Düsseldorf, der weltweit größten Messe für Camping und Caravaning.<BR /><BR />Bei den Wohnmobilen entwickelt sich der Markt in zwei Extreme: Die Fahrzeuge werden entweder leichter und kompakter oder größer und luxuriöser. Nach oben gibt es kaum finanzielle Grenzen, wie der ein oder andere Blickfang auf der Messe zeigt. Der Volkner Performance S trumpft beispielsweise mit 12 Metern Länge, 500 PS, integrierter Garage und 35 Quadratmetern Wohnfläche auf. Der Preis dafür: 2,26 Millionen Euro. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1355112_image" /></div> <BR /><BR />Neben den klassischen Campern geht der Trend seit einigen Jahren verstärkt zu Camper-Vans. Dabei handelt es sich um Kastenwagen, die zu kompakten Reisemobilen ausgebaut werden. „Momentan wächst das Segment der Kastenwagen am stärksten – sogar noch deutlicher als das der klassischen Wohnmobile“, bestätigt auch Andrea Tosi. Diese Entwicklung spiegelt sich auch auf den Messeständen in Düsseldorf wider. <BR /><div class="img-embed"><embed id="1355115_image" /></div> <BR /><BR />Besonders gefragt sind dieses Jahr Fahrzeuge mit Allradantrieb für den Offroad-Einsatz sowie Autarkie-Lösungen wie Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach. Doch auch in dieser Kategorie steigen die Preise rasch an: „Wir sprechen hier oft von Beträgen zwischen 150.000 und 170.000 Euro. Damit wird eine sehr spezifische Kundengruppe angesprochen“, so Tosi.<BR /><BR />Während Camper-Vans einen regelrechten Aufschwung erleben, spielen traditionelle Wohnwagen eine immer geringere Rolle – sowohl auf der Messe als auch auf dem Gesamtmarkt. „Der klassische Wohnwagen stirbt langsam aus“, meint Tosi. Das Segment sei ein Phänomen, das sich weitgehend auf Deutschland, Holland und Skandinavien beschränke – und selbst dort seien die Verkaufszahlen rückläufig.<h3> Camping Südtirol: Mehr Entwicklung zulassen</h3>Das anhaltende Wachstum der Campingbranche wirft jedoch die Frage auf, wie stark sich Südtirol in diesem Segment positionieren möchte. Laut Tosi, der selbst einen Stellplatz in Meran betreibt, braucht es mehr Spielraum für Entwicklungen: „Steigt die Nachfrage noch fünf Jahre so weiter, sind wir hier nicht imstande, das Wachstum aufzunehmen.“ Er fordert daher einen deutlichen Ausbau offizieller Stellplätze und sieht hier vor allem die Gemeinden in der Pflicht.