Der Markt ist von einigen Multis kontrolliert, aber auch Nischenproduzenten und unzählige handwerkliche Betriebe, erleben Hochkonjunktur. <h3> 1894 wurde das Patent angemeldet</h3>Man schrieb das Jahr 1894, als der Konditor Domenico Melegatti ein Patent für „seinen“ Panettone erhielt. Der Betrieb expandierte. Da der Firmengründer keine Kinder hatte, ging das Unternehmen in den Besitz seiner Nichte über. Deren Erben geben auch heute noch den Ton an. Die Melegatti Spa ist ein Familienunternehmen.<?Schrift Spationierung="-2ru" SchriftWeite="97ru"> <BR />Das gilt auch für die Gesellschaft Bauli, deren Geschichte auf das Jahr 1922 zurückgeht. Damals achtete der Konditor Ruggero Bauli darauf, dass seine Teigwaren „natürlich“ aufgingen. Diese „lievitazione naturale“ wurde zunächst das Qualitätsmerkmal seiner Waren. Ruggero Baulis Backwaren kamen gut an. 1950, so die Firmenchronik, „schlug er den Weg zur industriellen Produktion ein und schuf so die Basis für die Entwicklung eines erfolgreichen Modells.“ Eine alte Kunst, das Veroneser Konditorhandwerk, wurde in die Zukunft projiziert. So vereinte man Tradition und Fortschritt.<?_Schrift> <BR /><BR /><h3> Immer mehr handwerklich hergestellte Panettone</h3>Hoch im Kurs sind derzeit aber auch die „Pasticcerie“, die Konditoreien, die nach alter Tradition den Panettone herstellen. Dieser unterscheidet sich dank der Qualität der Zutaten und der mehrtägigen Verarbeitung von dem industriellen Panettone, der von großen Unternehmen produziert wird und billiger ist. <BR /><BR />Seit 3 Generationen stellt zum Beispiel die Pasticceria D´Antoni im römischen Viertel Collatino Panettone her. Heute ist sie ein Magnet für Gourmets aus ganz Rom, die sich in der Weihnachtszeit den echten Panettone gönnen wollen. Die Produktion des Kuchens ist besonders aufwendig und erfordert mehrere Tage Verarbeitung, wie Fabio D'Antoni berichtet. „Im Gegensatz zu industriellen Produkten stellen wir unseren Panettone ohne Konservierungsmittel her. Er wird ganz frisch verkauft. Auch die kandierten Früchte werden von uns hergestellt.“ D´Antoni, hat in diesen Tagen alle Hände voll zu tun. Bis zu 80 Panettoni pro Tag werden produziert. Schon Wochen im Voraus bestellen die Kunden die süße Weihnachtsspezialität, die je nach Zutaten zwischen 35 und 42 Euro kosten kann. <BR /><BR />„70 Prozent unserer handgemachten Panettoni werden von unseren Kunden verschenkt. Vor allem nach der Pandemie achten die Menschen besonders auf Qualität, sie schätzen vor allem, was mit Liebe und nach alten, klassischen Rezepten hergestellt wird“, berichtet der Konditor, der für seinen Panettone mehrere Auszeichnungen erhalten hat. <h3> Pandoro, der stärkste „Konkurrent“</h3>Der ursprünglich in Mailand entstandene Panettone ist an Weihnachten ein absolutes Highlight für die Italiener, er ist jedoch nicht der einzige Renner in der Adventszeit. Stärkster „Konkurrent“ des Panettone ist der Pandoro, was „goldenes Brot“ bedeutet. Der flaumige Kuchen stammt ursprünglich aus der Gegend um Verona, die lange zur Republik Venedig gehörte. Schon seit dem 12. Jahrhundert war hier ein sternförmiges Süßgebäck bekannt. Der Koch einer einflussreichen Familie entwarf es, um den Glanz und Reichtum seiner Arbeitgeber darzustellen. Als neues Symbol für Opulenz und Luxus kam der Pandoro auf die Weihnachtstafeln der Serenissima, der Republik Venedig. Erst nach der Vereinigung Italiens im Jahr 1894 verbreitete sich der Pandoro in den restlichen Regionen des Landes. <?Schrift Spationierung="0ru"> <BR />Erhebungen zufolge wurden im vergangenen Jahr in Italien rund 73.500 Tonnen Panettone und Pandoro hergestellt – im Wert von 552,1 Millionen Euro. <BR /><?_Schrift> <BR /><h3> Weitere Spezialitäten</h3>Die traditionellen Weihnachtsspezialitäten sind facettenreich und je nach Region verschieden. In Turin etwa wird der „Tronchetto“ (Baumstamm) zum Festmahl serviert. Die Süßspeise aus Kastanien-Creme, Schokolade, Eiern, Butter, Mascarpone, Brandy und Rahm wurde erstmals im Jahr 1184 erwähnt. Laut den Piemonteser Bauern sollte an Heiligenabend im Kamin ein Baumstumpf entzündet werden, der bis zum Dreikönigstag brennt. <BR /><BR />In Süditalien wird die weihnachtliche Süße frittiert. Die „cartellate“ aus Apulien stellen die Form jenes Leintuchs dar, in welches das Jesuskind gehüllt wurde. Der Teig aus Mehl, Öl und Weißwein wird frittiert, in Honig getaucht und mit Zimt und Puderzucker oder Mandeln bestreut. <BR /><BR />Auf fast die gleiche Weise entstehen die neapolitanischen Teigbällchen Struffoli: Nach dem Frittieren werden sie in Honig getaucht und mit kandierten Früchten verziert. Die Klosterfrauen schenkten sie früher jenen Adelsfamilien, die sich durch Wohltätigkeit ausgezeichnet hatten.