Neben Italien sind auch Deutschland, Belgien, Österreich, die Niederlande, Portugal, die Slowakei, Slowenien und Tschechien vom blauen Brief aus Brüssel betroffen.Eingeleitet hat die EU-Kommission bereits Defizitverfahren gegen elf EU-Staaten, nämlich Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Rumänien, Spanien und Ungarn. Damit laufen gegen 20 der insgesamt 27 EU-Länder bereits Defizitverfahren.Noch eine „weiße Weste" haben die sieben verbleibenden EU-Länder Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Luxemburg, Schweden und Zypern. Sie liegen nicht über der Drei-Prozent-Schwelle. Dabei gilt Estland mit einem von der Kommission zuletzt genannten Defizit von 3,0 Prozent als eine Art Wackelkandidat.Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquin Almunia erklärte, eine „breite Mehrheit" der EU-Staaten werde 2009 wegen der Wirtschaftskrise Defizite über der 3,0-Prozent-Grenze haben. „Wir müssen die Wirtschaft weiterhin unterstützen, bis die Erholung eintritt. Aber es ist jetzt auch der Augenblick, um Exitstrategien zu entwerfen, damit zum richtigen Zeitpunkt die nach oben geschnellten Schuldenstände wieder zurückzufahren". Der Wachstums- und Stabilitätspaket sei flexibel genug, um kurzfristige finanzielle Anreize mit mittelfristig konsolidierenden Maßnahmen und langfristiger Nachhaltigkeit zu verbinden. Jedenfalls müssten die überzogenen Schulden systematisch korrigiert werden, betonte Almunia.apa