<BR /><BR /><b>Herr Weis, seit 2008 – ganze 17 Jahre lang – haben Sie als Vizeobmann mit Georg Kössler den VOG geleitet – nun machen Sie an der Spitze weiter: Nach einem Zeichen der Erneuerung sieht das nicht aus – ist für den VOG Kontinuität wichtiger?</b><BR />Harald Weis: Der VOG hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt, wir haben die zentrale Vermarktung ins Haus geholt (das heißt, Verkauf und Vermarktung der Äpfel aller Mitgliedsgenossenschaften werden zentral über den VOG abgewickelt, Anm. d. Red.) und müssen das noch weiter verfeinern. Deshalb ist zurzeit sicher Kontinuität gefragt. <BR /><BR /><b>Was reizt Sie an der Aufgabe? Haben Sie all die Jahre darauf gewartet, zum Zug zu kommen?</b><BR />Weis: Nein, das nicht (lacht). Aber es ist immer so, dass jemand die Zügel in die Hand nehmen muss. Nachdem Georg Kössler gesagt hat, für ihn ist mit 70 Jahren jetzt genug, war es naheliegend, dass ich die Aufgabe übernehme. Zumal ich in den letzten Jahren schon ziemlich involviert war. Was mich an der Aufgabe reizt? Der VOG ist mittlerweile ein Betrieb geworden, der sehr nahe an der Privatwirtschaft ist und es reizt mich, ihn noch weiter zu bringen und sowohl die Kostenstruktur als auch den Verkauf in ideale Bahnen zu leiten.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-72525654_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>Was sind die größten Herausforderungen für die heimischen Apfelbauern?</b><BR />Weis: Eine große Herausforderung ist – wie in vielen anderen Branchen auch –, Betriebsnachfolger zu finden. Viele, die Ende der 1960er Jahre geboren sind, bereiten so langsam die Übergabe vor. Da müssen wir schauen, dass wir die nächste Generation motivieren und ihnen eine Zukunft vor Augen führen können, die den Einstieg für sie interessant macht. <BR /><BR /><b>Allerdings heißt es oft, der Apfelanbau wäre nicht mehr so rentabel wie früher …</b><BR />Weis: Die Apfelwirtschaft ist stärkeren Schwankungen ausgesetzt als zum Beispiel die Weinwirtschaft. Der Erfolg hängt ja unter anderem immer auch davon ab, wie viel Äpfel in ganz Europa geerntet werden. Aber mit der zentralen Vermarktung sind wir auf einem richtigen Weg und man sieht auch schon die Früchte davon. Deshalb bin ich der Meinung, dass die Apfelwirtschaft auch für junge Menschen eine Zukunftsperspektive bietet. Sicher wird es eine wichtige Aufgabe für uns sein, den jungen Menschen glaubwürdig zu vermitteln, dass sie mit dem Apfelanbau auch in den nächsten zehn bis 15 Jahren ein Einkommen haben. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-72526130_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>Heuer wurde die alpoma gegründet, unter deren Dach die großen Erzeugergenossenschaften VOG, VIP und VOG Products in den Bereichen Sortenerneuerung, Forschung und Umweltmaßnahmen zusammenarbeiten. Wohin geht nun die Reise? Ist es denkbar, dass es unter Ihrer Führung zu einer Fusion kommt?</b><BR />Weis: Das ist jetzt schon weit in die Zukunft gedacht. Natürlich ist die alpoma eine Struktur, mit der man in die Richtung gehen kann. Aber sie ist erst gegründet worden und das Thema Fusion ist sicher nicht eines, das in den nächsten zwei, drei Jahren auf den Tisch kommen wird. Später – weiß man nie.<BR /><BR /><b>Und wie stehen Sie dazu: Sagen Sie, darüber kann man reden oder keine gute Idee?</b><BR />Weis: Reden kann man natürlich immer darüber. Das wissen auch alle. Aber das ist sicher eine Sache, die Zeit braucht – in vier, fünf Jahren vielleicht.