Sonntag, 15. Oktober 2017

Der 15. Oktober ist der Tag der Landfrauen

Die Vereinten Nationen haben den 15. Oktober zum Welttag der Landfrauen erklärt.

Die junge Bäuerin Sabine Schrott engagiert sich in der Verbreitung von altem Saatgut.
Badge Local
Die junge Bäuerin Sabine Schrott engagiert sich in der Verbreitung von altem Saatgut.

Die internationale Bewegung der Bäuerinnen verleiht zum Landfrauenwelttag an Charakterköpfe unter den Bäuerinnen eine Auszeichnung, die in diesem Jahr 10 Bäuerinnen weltweit erhalten.

Die WWFS (Women’s world summit foundation) hat ihren Sitz in Genf und setzt sich für die Frauen- und Menschenrechte sowie für die Wertschätzung und die Sichtbarkeit der Frauen ein.

2 Südtiroler Bäuerinnen bereits ausgezeichnet 

In Südtirol wurde in Vergangenheit bereits 2 Bäuerinnen diese Ehre zu teil – oder genauer gesagt, fielen diese beiden Frauen durch ihr jeweils besonderes Engagement auf. 2001 erhielt die Aldeiner Bäuerin Martina Lintner die Auszeichnung für die „Erhaltung des ländlichen Lebensentwurfs“. 2006 bekam die Ultner Bäuerin Waltraud Schwienbacher die Auszeichnung für ihre „explosive Kreativität“.

„In den eigenen Reihen Vorkämpferinnen zu haben, soll allen Bäuerinnen in Südtirol Mut machen“, sagt Landtagsabgeordnete Maria Hochgruber Kuenzer, „und zwar den Mut, den Weg zu gehen, den sie als den richtigen sehen.“

Verbreitung von altem Saatgut 

Ein aktuelles Beispiel für einen mutigen Weg sieht die bäuerliche Abgeordnete in der Verbreitung von altem Saatgut, wie es etwa die junge Bäuerin Sabine Schrott mit ihrer Gruppe „Sortengarten Südtirol“ praktiziert.

Hochgruber Kuenzer: „Das Wissen von der Kraft der alten Sorten für die nachkommenden Generationen zu retten, ist ein vielversprechender Auftrag“. Daher sollte das Saatgut nicht in Laboren gelagert, sondern in die Hände der Bäuerinnen gegeben werden, „Landfrauen sind die Hüterinnen des Saatgutes und des Wissens der älteren und alten Generationen.“

Viele Wege führen zum Ziel 

Der richtige Weg muss dabei nicht für alle der gleiche sein. Maria Hochgruber Kuenzer ist der Meinung, dass es unterschiedliche Ansätze gibt, die auch nebeneinander Platz finden. Viele wählen den traditionellen bäuerlichen Anbau, andere haben ihn modernisiert oder spezialisiert. „Ich sehe, dass viele Südtiroler Bäuerinnen dem Mut von Martina Lintner und Waltraud Schwienbacher gefolgt sind“, sagt Maria Hochgruber Kuenzer.

Der Zeitpunkt für diese Ermutigung ist aktuell. Hochgruber Kuenzer zufolge gebe es viele Gründe, warum Konsumenten beim Einkauf von Lebensmitteln verunsichert sind: die große Auswahl, der Wettbewerb zwischen industrieller und traditionell-regionaler Produktion, die Pestiziddiskussion, Ernährungstrends bzw. -moden und ein höheres Bewusstsein für gesunde Ernährung.

Das Leben mit der Natur verhilft den Bäuerinnen zu einem klaren Blick. Sie sind es, die die Zeichen der Zeit erkennen. Bäuerinnen sind geerdet, schließt Maria Hochgruber Kuenzer ab, „auf sie kann man bauen“.

stol

stol