Donnerstag, 25. Februar 2021

Der Arbeitsmarkt im Zeichen der Pandemie

In der aktuellen Ausgabe der Arbeitsmarkt-News untersucht die Beobachtungsstelle für den Arbeitsmarkt der Landesabteilung Arbeit die Entwicklungen von März 2020 bis Februar 2021 im Detail. Das Ergebnis: Viele Arbeitsplätze brachen in Zeiten der Pandemie weg – vor allem in der Gastronomie.

Vor allem die Gastronomie ist von der Krise betroffen.
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Vor allem die Gastronomie ist von der Krise betroffen. - Foto: © shutterstock
„In den vergangenen 12 Monaten ist ein Minus von 6 Prozent an beschäftigten Arbeitnehmern zu verzeichnen, wobei Januar und Februar dieses Jahres mit einem Minus von 10 Prozent die Monate mit der schlechtesten Entwicklung sind“, bringt Stefan Luther, Direktor der Landesabteilung Arbeit die Ergebnisse der Februar-Ausgabe der Arbeitsmarkt-News auf den Punkt.

Minus in Hotel- und Gastgewerbe

Die meisten Arbeitsplätze brachen in der Beherbergung, der Gastronomie, den damit verbundenen Tätigkeiten und in den kontaktintensiven Bereichen weg. „Allerdings, und das ist für die Zukunft von besonderer Bedeutung, zeigte sich der Südtiroler Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten sehr reaktionsschnell: Hinter den Durchschnittswerten verbergen sich bemerkenswert dynamische Entwicklungen, die Anlass zu Hoffnung geben“, erläutert Luther.

Gewerbe, Bauwesen, Landwirtschaft stabil

Die tagesaktuellen Daten der Arbeitsmarktbeobachtungsstelle zeigen die Stabilität des verarbeitenden Gewerbes. Dieses beschäftigt aktuell etwa 250 Arbeitskräfte mehr als vor einem Jahr. Eine vergleichbare Entwicklung findet auch im Bauwesen statt, solide zeigt sich zudem die Beschäftigung in der Landwirtschaft, leicht anwachsend im Sozial- und Gesundheitswesen. „Bemerkenswert ist die numerische Zunahme der unbefristeten Verträge und die Halbierung der Arbeitskräfte ohne Wohnsitz in Südtirol in den ersten Wochen des laufenden Jahres“, unterstreicht Luther.

„Natürlich ist die Situation im Hotel- und Gastgewerbe sowie den davon abhängigen Zulieferbereichen beeindruckend“, unterstreicht Stefan Luther. Aus arbeitsmarktpolitischer Sicht sei der Wandel durchaus zu bewältigen, wenn die bewährten Instrumente wie Beratung, Unterstützung der Betriebe bei der Rekrutierung, passgenaue Arbeitsplatzvermittlung und flankierende Weiterbildung in Südtirol gestärkt würden. Es sei durchaus möglich, dass Wechsel zwischen Branchen häufiger würden und Änderungen im Berufswahlverhalten stattfänden. „Wobei ich überzeugt bin, dass der Tourismus auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen und attraktive Arbeitsplätze anbieten wird“, schließt der Direktor der Landesabteilung Arbeit.

Ausgewogener Branchenmix wichtig

„Die detaillierten Zahlen der Landesabteilung Arbeit unterstreichen, wie wichtig der ausgewogene Branchenmix für unseren Arbeitsmarkt ist. Wir können auf keine unserer Branchen verzichten“, kommentiert Landesrat Philipp Achammer die neuesten Daten der Arbeitsmarkt-News.

Die gegenwärtige Krise zeige allerdings europaweit, dass sich die Wirtschafts- und Berufsstruktur verändert. Dieser Entwicklung müsse sich auch Südtirol stellen. „Wir können uns nicht darauf beschränken, Strukturen zu konservieren. Als Wirtschafts- und Arbeitslandesrat ist es für mich entscheidend, sowohl Betriebe als auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem notwendigen Wandel bestmöglich zu unterstützen. Darauf werden unsere künftigen Maßnahmen ausgerichtet sein.“

lpa/stol

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