Das Habitat der Bienen war Thema von zwei Beschlussanträgen, die dem Landtag am Donnerstag vorlagen.Die Freiheitlichen forderten mehr Nahrungsflächen durch Blumenwiesen auf Gemeinde- und Landesflächen sowie eine Fachgruppe, die Beratung und Unterstützung bietet. Die SVP forderte einen bereichsübergreifenden und koordinierten Aktionsplan, der als Leitfaden für die Ausweitung der Bienen gelten sollte und für die Abteilungen des Landes auch verbindlich sein sollte.Bienenweiden nicht überall sinnvollNutznießer der Beinen seien nicht nur die Landwirte, sondern die ganze Bevölkerung, erklärte Albert Wurzer (SVP), die Materie sei aber komplex, weil Bienenweiden nicht überall sinnvoll seien, z.B. nicht in der Nähe von Spielplätzen oder neben vielbefahrenen Straßen.Ein solcher Aktionsplan betreffe auch Vorsichtsmaßnahmen, um die Bienen nicht zu gefährden, etwa beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder Mulchgeräten. Die Bevölkerung sollte über die je nach Jahreszeit geeigneten Maßnahmen informiert werden.Sein Antrag verfolge dasselbe Ziel, erklärte Sigmar Stocker (Freiheitliche). Bei den Straßen sehe er es anders, es gebe gelungene Beispiele für Bienenweiden auch an den Straßen.Auch die Grünen seien eine bienenfreundliche Fraktion, erklärte Brigitte Foppa, leider habe ein ähnlicher Antrag von ihr keinen Anklang gefunden. Die Bedeutung der Bienen gehe weit über die Imkerei hinaus, daher sei es wichtig, dass möglichst alle informiert und möglichst alle Bereiche eingebunden werden.Keine weitere BroschüreBienenfreundlich seien praktisch alle Fraktionen im Landtag, stellte Elena Artioli (Team Autonomie) richtig. Sie unterstütze die Anträge, hoffe aber, dass daraus nicht eine weitere Landesbroschüre werde, die in den Regalen verstaube.Im Anschluss daran entwickelte sich eine Debatte zum Verfahren, d.h. ob beide Anträge zugleich behandelt werden könnten und ob auch die Einbringer zum jeweils anderen Antrag Stellung nehmen können.Er freue sich über den Antrag der Freiheitlichen, erklärte Albert Wurzer, aber bei den Straßen habe er eine andere Meinung. Ebenso sei er gegen die Einrichtung einer neuen Koordinierungsstelle und gegen eine Bevormundung der Gemeinden, für die Stocker normalerweise Autonomie fordere.Vor Pflanzenschutzmitteln warnenHans Heiss (Grüne) freute sich über den SVP-Antrag, auch weil erstmals vor Pflanzenschutzmitteln gewarnt werde. Er fragte, wie weit die entsprechenden Untersuchungen an der Laimburg gediehen seien.Es gehe ihm beim Antrag nicht um die Honigernte, erklärte Josef Noggler (SVP). Der ökologische Nutzen der Bienen sei unbestritten, der ökonomische Nutzen gehe weit über die Imkerei hinaus. Eine Vielfalt der Blüten steigere die Vitalität der Bienen, bei Monokulturen sei die Blütenzeit beschränkt. Diese Vielfalt möchte man mit diesem Antrag erreichen.Schulers erster BienenstichDie Landwirte seien sich der Bedeutung der Bienen durchaus bewusst, die Imkerei sei zudem ein geschätzter Nebenerwerb, erklärte Landesrat Arnold Schuler, der auch von seinem ersten Bienenstich berichtete.Die intensive Bewirtschaftung habe natürlich die Artenvielfalt beeinträchtigt, aber deswegen könne man in Südtirol nicht von einer Monokultur sprechen. Die Intensivkulturen machten nur 10 Prozent der Fläche aus, wobei Obst- und Weinbau eigentlich keine Monokulturen seien.Es gebe vieles, was auf die Vitalität der Bienen Einfluss habe, z.B. den Grasschnitt. Das von Heiss angesprochene Bienen-Monitoring laufe nun im zweiten Jahr, dabei habe man u.a. gesehen, dass sich die Bauern an die Verbotszeiten hielten.Vielleicht werde man einmal auch untersuchen können, ob die Hanfpflanzen in der Laimburg eine positive Auswirkung auf die Bienen hätten, scherzte Schuler, der den Antrag von Wurzer unterstützte.Der Antrag der SVP wurde einstimmig angenommen, der Antrag der Freiheitlichen wurde mehrheitlich angenommen.stol/ker