Seit Montag können in Südtirol wieder alle Geschäfte öffnen – sehr zur Freude von hds-Präsident Philipp Moser. Mittelfristig jedoch sieht er den Handel als den am schwersten geschädigten Sektor durch die Corona-Pandemie. <BR /><BR /><BR /><i>Von Arnold Sorg</i><BR /><BR /><BR />Es gebe ein paar Einschränkungen und es sind auch keine Touristen im Land. „Aber am wichtigsten ist derzeit, dass wir nach 6 langen Wochen endlich wieder arbeiten dürfen“, sagt der Präsident des Handels- und Dienstleistungsverbandes (hds), Philipp Moser. Bis man nämlich die versprochenen Hilfsgelder vom Land und Staat ausbezahlt bekommt, würden noch einige Wochen vergehen, somit sei es wichtig, dass man in der Zwischenzeit zumindest Einnahmen generieren könne.<BR /><BR /> Nichtsdestotrotz kämpfen im Handel viele Geschäfte um ihre Existenz. „Und die Hilfsgelder des staatlichen ,decreto sostegno' sind nicht einmal ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt Moser. Aufgeschlüsselt auf alle Berechtigten erhalte ein Betrieb nämlich zwischen 3000 und 4000 Euro. „Das ist viel zu wenig und ich hoffe wirklich, dass noch weitere Hilfen folgen werden.“ <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-48371817_quote" /><BR /><BR /><BR />Auch wenn die Geschäfte nun wieder offenhalten dürfen und er einen Aufbruch verspüre, so ist Moser mittelfristig verhalten, was die Zukunftsprognose für den Handel anbelangt. „Die Corona-Pandemie war wie ein Brandbeschleuniger“, sagt er. So habe sich das Konsumverhalten innerhalb eines Jahres stark zugunsten des Versandriesen Amazon und gegen den stationären Handel entwickelt. „Und die Befürchtung ist, dass sich dieses Verhalten auch nach der Pandemie nicht mehr wieder ändern wird“, so der hds-Präsident. „Der Handel ist jener Sektor, der mittelfristig durch diese Krise am meisten Schaden nehmen wird.“ <BR /><BR />Daher hofft Moser stark darauf, dass dem „Treiben“ von Amazon auf internationaler Ebene Einhalt geboten werde. Will heißen: „Es braucht endlich Steuergerechtigkeit.“ Für Amazon und Konsorten müssten dieselben Steuergesetze gelten wie für jeden anderen Unternehmer auch, fordert der hds-Präsident. „Es kann nicht sein, dass solche Konzerne ihre Einnahmen in irgendeinem Steuerparadies versteuern.“ <BR /><BR />So wie es scheint, soll sich diesbezüglich etwas rühren: „Es gibt auf EU-Ebene eine Kommission, in der auch unser EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann sitzt, die dabei ist, eine europäische Lösung auszuarbeiten“, sagt der hds-Präsident. Es sei auch höchst an der Zeit: „Die Gewinne schöpfen Konzerne wie Amazon ab und der stationäre Handel wird gleichzeitig vernichtet.“