In der EU ist er als Quarantäneschädling eingestuft, und es wird intensiv daran gearbeitet, seine Einschleppung und Verbreitung zu verhindern.<BR /><BR />Der Japankäfer stammt ursprünglich aus Nordostasien, hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten rasant ausgebreitet. Heute ist er in Ländern wie China, Russland, Kanada und den USA weit verbreitet. In Europa wurde er erstmals in den 1970er Jahren auf den Azoren gesichtet. In Italien tauchte er im Jahr 2014 im „Parco del Ticino“, einem Naturschutzgebiet zwischen der Lombardei und dem Piemont, auf. <BR /><BR />Seitdem hat er sich in Norditalien rasch ausgebreitet und wurde im Juli 2023 im Trentino nachgewiesen. In den letzten Wochen wurden dort in speziellen Pheromonfallen weitere Adulte des Japankäfers gefangen. Auch in der Schweiz ist der Käfer seit 2017 präsent und breitet sich weiter aus. Bis dato gibt es keine Funde in Südtirol, aber die Landwirte sind aufgefordert, etwaige Funde zu melden.<h3>Biologie und Lebenszyklus</h3>Der Japankäfer ist leicht an seinem ovalen Körper zu erkennen, der eine Länge von 8 bis 12 Millimetern und eine Breite von 5 bis 7 Millimetern erreicht. Sein Körper und Halsschild glänzen grün, während die Deckflügel eine bronzene bis kupferne Färbung aufweisen. Charakteristisch sind die weißen Haarbüschel am unteren Rand des Körpers, die ihn von ähnlichen Käfern wie dem Maikäfer oder Gartenlaubkäfer unterscheiden. <BR /><BR />Zudem zeigt der Japankäfer ein spezielles Alarmverhalten, bei dem er ein Beinpaar abspreizt.<BR /><BR />Der Lebenszyklus des Japankäfers umfasst in der Regel eine Generation pro Jahr, in kühleren Regionen kann der Zyklus jedoch 2 Jahre dauern. Die erwachsenen Käfer erscheinen im Mai und Juni, paaren sich und die Weibchen legen im Hochsommer 40 bis 60 Eier in den Boden, bevorzugt in feuchten Böden. Nach etwa 2 Wochen schlüpfen die Larven, die im Boden überwintern und sich von Graswurzeln ernähren. Im Frühjahr, bei Bodentemperaturen von etwa 10 Grad Celsius, entwickeln sich die Larven weiter, bevor sie sich verpuppen und schließlich als Käfer an die Oberfläche gelangen.<h3>Schäden und Auswirkungen</h3>Der Japankäfer befällt eine Vielzahl von Wirtspflanzen, darunter auch wichtige Kulturpflanzen wie Apfel, Birne, Marille, Pflaume, Weinrebe, Rose, Brombeere, Himbeere, Erdbeere, Mais und Spargel. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1067313_image" /></div> <BR /><BR />Die adulten Käfer verursachen durch ihren Fraß an Blättern, Blüten und Früchten die größten Schäden. Sie fressen die Pflanzen oft in Gruppen von oben nach unten ab, was zu vollständig kahl gefressenen Pflanzen führen kann. Besonders auffällig ist der sogenannte Skelettfraß, bei dem die Blattnerven stehen bleiben, während das restliche Blattgewebe zerstört wird. Der Fraß an Früchten und Blüten macht diese unverkäuflich und führt zu erheblichen Ertragsverlusten.<BR /><BR />Auch die Larven richten Schaden an, indem sie die Wurzeln von Gräsern und anderen Pflanzen fressen, was zur Zerstörung von Rasenflächen, Golfplätzen und Fußballfeldern führen kann. Der Schaden wird oft noch verstärkt, wenn Fressfeinde die Larven ausgraben.<h3>Bekämpfung und Prävention</h3>Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Bekämpfung des Japankäfers ist ein koordiniertes Monitoringsystem, das die frühzeitige Erkennung des Schädlings ermöglicht. Dies erfolgt in erster Linie durch den Einsatz von Fallen, die mit Sexuallockstoffen und Fraßlockstoffen bestückt sind, sowie durch visuelle Kontrollen.<BR /><BR />Zur Bekämpfung des Japankäfers stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, darunter physikalische, biologische, biotechnische und chemische Ansätze. So kann beispielsweise die Bewässerung betroffener Flächen während der Eiablagezeit eingestellt werden, um die Entwicklung der Larven zu hemmen. <BR /><BR />Auch der Einsatz von entomopathogenen Nematoden zur Bekämpfung der Larven ist eine vielversprechende Methode. Eine weitere Strategie ist der Massenfang von Käfern durch Lockstofffallen. Viele dieser Methoden befinden sich jedoch noch in der Erprobung und sind meist nur in Kombination wirksam.<BR /><BR />Für eine erfolgreiche Eindämmung des Schädlings ist es entscheidend, den Käfer so früh wie möglich zu erkennen und zu melden. Verdächtige Käfer sollten daher bei Sichtung sofort dem örtlichen Pflanzenschutzdienst gemeldet und nach Möglichkeit eingefangen werden. Nur durch eine rasche Reaktion kann eine weitere Ausbreitung des Japankäfers verhindert werden.