Der Landflucht ein Schnippchen schlagen? In Teilen Europas scheint dies immer öfters zu gelingen. Was macht Südtirol gegen die Abwanderung aus den ländlichen Gebieten?<BR /><BR /><BR />Den ländlichen Raum attraktiv halten und wertvolle Kulturflächen schützen: Das sind die 2 großen Ziele der mittlerweile 16 Wirtschafts- und Sozialorganisationen sowie der Landespolitik, die Mitglieder der Plattform Land sind.<BR /><BR />Intensiv hat sich die Plattform Land für die Förderung des Coworkings eingesetzt und Coworking-Konzepte unterstützt. Um die dezentrale Daseinsvorsorge auch im ländlichen Raum zu garantieren, wurde der Ausbau des schnellen Internets gefordert. Zudem beteiligte sich die Plattform Land an einem „Think Tank“ zu „smarten Dörfern“. Im Rahmen des Projekts „FLOW“ hat die Plattform Land zusammen mit Partnern Ideen für Kooperationen zur Stärkung der lokalen Wirtschaftskreisläufe entwickelt. <BR /><BR />Ein Beispiel dafür sind 2 Speisen aus ausschließlich Vinschger Rohstoffen. Darüber hinaus wurden Frauen und Männer im ländlichen Raum zu den Gründen für eine Zu- bzw. Abwanderung befragt. Mehrere Treffen und einen Austausch gab es zum Mehrgenerationendorf und zu Mehrgenerationenhäusern.<BR /><BR /><b>Wenn Altes leer steht</b><BR /><BR />Im Bereich „Flächensicherung“ stand in den letzten Jahren das Leerstandsmanagement im Fokus. „Mittlerweile beteiligen sich 18 Gemeinden am Pilotprojekt „Leerstandsmanagement“ der Plattform Land. Ziel ist es, leer stehende Gebäude wieder einer Nutzung zuzuführen und so wertvolle Kulturgründe zu schützen“, erklärte der Präsident der Plattform Land, Andreas Schatzer. <BR /><BR />Ein weiteres Anliegen war es, Gemeindeverwalter, Techniker und die politisch Verantwortlichen von der Notwendigkeit, alten Bestand zu sanieren statt auf der grünen Wiese neu zu bauen, zu überzeugen. Dazu hat auch die erste „Woche der Innenentwicklung“ beigetragen, bei der Beispiele von gelungenen Sanierungen präsentiert wurden. Wichtige Meilensteine auf dem Weg zu einer intelligenten Flächennutzung waren zudem ein Memorandum zum Boden- und Flächenschutz, Vorträge auf internationalen Tagungen sowie das Projekt „Impuls4Action“, das beste Beispiele aus dem Alpenraum zur Innenentwicklung aufzeigt.<BR /><BR />Ein Anliegen der Mitgliedsorganisationen ist, Kooperationen und Netzwerke auszubauen. Ebenso soll sich die Plattform Land weiterhin dem Erhalt der Kulturlandschaft und der natürlichen Lebensgrundlagen sowie der Fachkräftesicherung widmen. Auch sollen Startups und Gründerzentren unterstützt werden. Im Bereich der intelligenten Flächennutzung soll das Leerstandsmanagement ausgebaut werden. Weiters wird sich die Plattform Land mit der Nachhaltigkeit im ländlichen Raum und der Wohnungsnot in einigen Gemeinden beschäftigen.<BR /><BR /><b>Beratung bei Sanierungen</b><BR /><BR />„Bereits auf dem Weg gebracht wurde eine Sanierungsberatung, die sich an Bürger sowie Gemeinden richtet und in Kürze startet. Sie soll die Bereitschaft, alte Gebäude zu sanieren, stärken und Beispiele gelungener Sanierungen bekannt machen. Geplant ist weiters ein Lehrgang zur Gemeindeentwicklung, der sich an Gemeindeverwalter und Techniker richtet“, so Ulrich Höllrigl, der Geschäftsführer der Plattform Land. <BR /><BR />Auf der Mitgliederversammlung wurden 2 neue Mitglieder für den Fachbeirat „Ländlicher Raum“ ernannt. Marina Rubatscher Crazzolara, die Präsidentin des Beirats der Handelskammer zur Förderung des weiblichen Unternehmertums und Roman Fuchs, Geschäftsführer des Südtiroler Wirtschaftsringes.