Samstag, 21. Oktober 2017

Der NOI Techpark ist eröffnet

„Das Besondere daran ist: Es ist eine Struktur, die die Vergangenheit aufgreift und in Richtung Zukunft führt“, sagt Ehrengast Maria Elena Boschi.

Suggestiv der Wasserturm des NOI Techparks bei nächtlicher Beleuchtung. Foto: LPA/Damian Pertoll
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Suggestiv der Wasserturm des NOI Techparks bei nächtlicher Beleuchtung. Foto: LPA/Damian Pertoll

Am Freitagabend wurde das, was als ein langfristiges Projekt ausgerichtet ist, feierlich eröffnet: der NOI Techpark in Bozen Süd. Landeshauptmann Arno Kompatscher war es gelungen, Unterstaatssekretärin Maria Elena Boschi und Unterstaatssekretär Gianclaudio Bressa bei der Eröffnung zu begrüßen.

Sie gaben gemeinsam mit Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi, Helga Thaler Ausserhofer, der Präsidentin des Bauherrn Business Location Südtirol (BLS), und Hansi Pichler, Präsident von Betreiber IDM Südtirol, den Startschuss für den NOI Techpark Südtirol Alto Adige.

Wird Südtirol verändern

„Wir eröffnen mit dem NOI Techpark einen innovativen Ort, der Südtirol verändern wird“, sagte Landeshauptmann Kompatscher in seiner Einleitung.

„Ganz im Sinne des Namens NOI, der ein Akronym für ‚Nature of Innovation‘ ist, wird hier Innovation nach dem Vorbild der Natur betrieben. Die Natur ist uns in vielem voraus, auch als Erfinderin. Sie ist deshalb eine großartige Lehrmeisterin, die nachhaltig, flexibel und innovativ ist. Das wird auch der NOI Techpark sein", sagt Kompatscher weiter.

Der Technologiepark sei Teil einer Gesamtstrategie des Landes Südtirol, Innovation und Forschung auf eine neue Ebene zu bringen. „Erstmals gibt es einen Ort, an dem alle 3 wesentlichen Akteure zusammenwirken, die dafür sorgen, dass Südtirol als Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähig bleibt: Unternehmen, Forschungsinstitute und Universität. Durch diese Konzentration stärken sie sich gegenseitig und damit auch Südtirol“, fuhr Kompatscher fort.

Sitz von 60 Unternehmen

Im NOI Techpark werden ab 2018 etwa 60 Unternehmen ihren Sitz haben, zudem arbeiten dort die Freie Universität Bozen, EURAC Research, Fraunhofer Italia, die KlimaHaus Agentur, das Versuchszentrum Laimburg und die Eco Research GmbH sowie BLS, IDM und lvh-apa.

Für die Unternehmen stehen Innovationsservices und eine Infrastruktur für Forschung und Entwicklung zur Verfügung – vor allem rund 30 Labors. Der Forschungsschwerpunkt liegt dabei auf Südtirols Schlüsselbranchen grüne Technologien, alpine Technologien, Lebensmitteltechnologien sowie Automation & ICT.

„Der NOI Techpark ist somit der Kristallisationspunkt unserer Bemühungen, Südtirol durch strategische Investitionen in den Bereich Forschung und Entwicklung zu einem relevanten Innovationsstandort mit internationaler Strahlkraft zu machen“, betonte Kompatscher.

"Ein Modell auch für andere Regionen"

Von einem wichtigen Standort für Forschung und Entwicklung sprach Unterstaatssekretärin Maria Elena Boschi, die der Eröffnungsveranstaltung mit einer innovativen Performance von Regisseur Andrea Bernard gemeinsam mit Staatssekretär Gianclaudio Bressa als Ehrengast beiwohnte.

Auf Los geht's los: LH Kompatscher, Ehrengast Maria Elena Boschi und BM Caramaschi durchschneiden gleichzeitig das Band- Foto: LPA/Damian Pertoll

Boschi zeigte sich von der neuen Einrichtung sehr beeindruckt: “Unsere Städte und städtischen Wohnräume stehen alle vor derselben Herausforderung: Wie man die eigene ‘Seele’, die eigene Identität bewahren und gleichzeitig Änderungen einführen kann, die vor allem das Leben der Bürgerinnen und Bürger verbessern, ihnen Wohlbefinden bringen und ihre Lebensqualität garantieren. Wenn das die Herausforderung ist, kann man sagen, dass nicht nur Bozen, sondern die gesamte Provinz und ganz Südtirol sie gut meistern."

Modell für andere Regionen

Das Beispiel der „green region“ Südtirol könne als Modell für andere Regionen dienen, ist die Unterstaatssekretärin überzeugt. Das Besondere daran sei, dass es eine Struktur ist, die die Vergangenheit aufgreift und in Richtung Zukunft führt. Bemerkenswert sei darüber hinaus, dass es ein gelungenes Ergebnis von Team-Arbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor sei.

"Dies ist ein Modell, von dem ich mir wünsche, dass es auch in anderen Regionen unseres Landes aufgegriffen würde", sagte Boschi.

Ein „neues Stadtviertel im Zeichen der Innovation, das einen Mehrwert für die ganze Stadt und seine Bürger darstellt“ nannte Bürgermeister Renzo Caramaschi den NOI Techpark.

„Hier wurde ein architektonisch wertvoller, aber brachliegender Ort mit großer wirtschaftlicher Vergangenheit in ein zukunftsweisendes Zentrum verwandelt, in dem neue Ideen für das ganze Land geboren werden“, sagte Caramaschi.

Der NOI Techpark in Zahlen

Insgesamt umfasst der Zentralbereich des NOI Techpark ein Bauvolumen von ca. 190.000 m³, dazu kommen ca. 750.000 m³ für die Erweiterungsmodule. Etwa 110 Millionen Euro brutto wurden für den Bau zur Verfügung gestellt, wobei geplante Bauzeiten und veranschlagte Kosten genau eingehalten werden konnten.

Der Projektentwurf stammt aus der Schmiede der Studios Architekt Claudio Lucchin aus Bozen und Chapman Taylor aus Mailand. Für das Modul D1, in dem sich nach der Fertigstellung 2018 private Unternehmen ansiedeln werden, zeichnet Architekt Wolfgang Simmerle aus Bozen verantwortlich.

Großprojekt mit langfristiger Strategie

Angelegt ist der Technologiepark als Großprojekt mit einer langfristigen Strategie. Das insgesamt 12 Hektar große Areal soll in den nächsten 15 bis 20 Jahren entwickelt werden und sieht bis 2021 unter anderem den Bau von weiteren Labors und Modulen für private Unternehmen sowie einer Kindertagesstätte vor.

„Das Ergebnis wird ein eigenes Innovationsviertel sein - ein neues Stadtviertel für Bozen, welches das Potential hat, ein Identifikationspunkt für alle Bevölkerungsgruppen zu werden“, zeigte sich Landeshauptmann Arno Kompatscher zuversichtlich.

lpa

stol