„Hier sprießen die Halme mit den Ähren hervor – 4 bis 5 pro Pflanze“, sagt Giovanett und greift nach einem der noch kleinen Stängel. 2000 Quadratmeter groß ist das Reisfeld in Tramin, wo der Bauer nun schon im dritten Jahr die Sorte Sant' Andrea anbaut. Sie kommt mit wenig Wasser aus. 2 Reisfelder bearbeitet der Bauer: ein kleineres in Tramin, eine 2 Hektar große Pachtfläche in Kurtatsch.<BR /><BR />1500 Kilogramm betrug die Ernte im Vorjahr. Giovanett vermarktet den Reis direkt ab Hof oder über den Wiederverkäufer, der auch seinen Mais vermarktet, den Traminer „Plent“. <BR /><BR />Giovanett stellt gleich klar: „Reis muss nicht im Wasser stehen. Diese Sorte gedeiht im Trockenanbau und verträgt Trockenstress relativ gut.“ Sein Reisfeld bewässert er nur einmal in der Woche – wie seine Obstwiese auch. Zusätzlich baut der Römerhof-Bauer eine Versuchssorte an, die noch resistenter gegen Trockenheit ist. Sie kommt mit einem Drittel weniger Wasser als herkömmliche Reissorten im Trockenanbau aus.<BR /><BR />Noch ist die Sorte nicht auf dem Markt. Sie wird in einem Versuchszentrum in der Lombardei gezogen und in verschiedenen klimatisch geeigneten Gebieten versuchsweise angebaut. So soll sich zeigen, wie sich die Reispflanze verhält – auch was den Pilzbefall angeht. Dagegen ist die Sorte laut ersten Erkenntnissen weitgehend resistent sein.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-55447602_gallery" /><BR /><BR /><BR />Seit 20 Jahren baut Giovanett Mais auf seinem Hof an – zuerst für den Eigenbedarf, seit 2015 im Nebenerwerb. „Wir hatten auf unserem Hof immer schon eine Mühle für den Plent“, sagt er. Auf dem Feld in Tramin ist nur noch ein Drittel Mais, während 2 Drittel für den Reisanbau verwendet werden. <BR /><BR />Der Reis braucht warme Lagen, sonst reift er nicht. Denn die Vegetationszeit ist lang: Aussaat ist im April, Ernte Mitte Oktober. Die Ähren bilden sich im August. „Der Boden soll möglichst lehmig und torfhaltig sein; so hält sich die Feuchtigkeit lange“, sagt Giovanett. <BR /><BR />Bis der Reis – in einwandfreier Qualität – beim Kunden ist, hat er viele Arbeitsschritte durchlaufen. Nach der Ernte wird er getrocknet. Das passiert auf dem Hof. Dann gibt Giovanett den Reis zur Verarbeitung in andere Hände. Er wird geschält und gebürstet; unreife und schadhafte Kerne werden beseitigt. „Von 100 Kilogramm Roh-Reis bleibt am Ende nur etwa die Hälfte für den Verkauf übrig“, sagt Giovanett. Die andere Hälfte ist nicht Abfall, sondern wird als Tierfutter verwendet. <BR />