Im Bozner Einkaufszentrum „Twenty“ sieht man die Lage hingegen entspannter. Der Ausverkauf läuft noch bis 5. Februar.<BR /><BR />Der Startschuss für den Winterschlussverkauf 2022 fiel am 8. Jänner – und schon das erste Wochenende ließ erahnen, dass es keine leichten 4 Wochen würden: „Wir haben den Start unterschätzt“, so hds-Präsident Philipp Moser. „Wir dachten, wir würden mit dem ersten Wochenende nach dem Feiertag gut starten, aber dem war nicht so.“<BR /><BR /><b>Keine Touristen, keine Einheimischen</b><BR /><BR />Dabei waren sowohl die Stimmung als auch die Kauflaune Ende 2021 durchaus positiv: „Noch im Dezember lag eine Euphorie in der Luft, alle waren guter Dinge. Dann brach plötzlich die massive vierte Welle, nicht nur über Südtirol, sondern über ganz Europa herein – und plötzlich war die Euphorie verschwunden“, erklärt Moser. „Wir haben uns einfach mehr erwartet.“<BR />Vor allem 2 Faktoren hätten zu solch enttäuschenden Ergebnissen geführt: Einerseits die verschärften EU-Regelungen für die Ein- und Ausreise, was dem Tourismus einen Dämpfer beschert hat. Der Südtiroler Kauflust hingegen schoben hohe Inzidenzzahlen und Quarantäne sowie auch die steigenden Energiekosten einen Riegel vor: „Man hat einfach gemerkt, dass die Leute zurzeit nicht gerne Geld fürs Einkaufen ausgeben.“<BR /><BR /><b>Dasselbe Bild in der Stadt und am Land</b><BR /><BR />Auch der Fakt, dass sowohl Touristen als auch Einheimische kaum mehr durch Städte oder Orte flanieren und so vielleicht zum Kaufen inspiriert werden, wirkte sich negativ auf den Handel aus: „Die Personenfrequenz liegt derzeit bei 50 Prozent, infolgedessen hat sich auch der Umsatz halbiert, wie mir zahlreiche Mitglieder des hds berichten“, so Moser weiter. Dabei gebe es keinen Unterschied zwischen Stadt und Land: „Derzeit läuft das Geschäft überall schlecht, es gibt nirgends gute Nachrichten.“ <BR /><BR />Selbst der nur 2-wöchige Winterschlussverkauf 2020 in einer Zeit, in der sich Südtirol von einem Lockdown in den nächsten bewegte, lief besser: „Der heurige war sicher der schlechteste Winterschlussverkauf überhaupt, zumindest kann ich mich an keinen schlechteren erinnern“, zieht Moser Bilanz. <BR /><BR /><embed id="dtext86-52636962_quote" /><BR /><BR />Trotz enttäuschter Erwartungen und getrübter Stimmung blicke man aber optimistisch in die Zukunft: „Wir vom Handel sind überzeugt davon, dass alles besser wird und wir aus dieser Pandemie bald herauskommen. Das müssen wir, sonst bluten wir vollständig aus.“<BR /><BR />Weit weniger frustrierend sieht man die vergangenen 4 Wochen im Bozner Einkaufszentrum „Twenty“: „In Anbetracht dessen, dass wir uns bereits im dritten Pandemie-Jahr befinden, sind wir durchaus zufrieden mit dem Ergebnis des heurigen Winterschlussverkaufs – trotz eines klaren Rückgangs“, erklärt Geschäftsführer Pierangelo Fadel. Auch im Einkaufszentrum sei deutlich spürbar gewesen, dass weniger Menschen unterwegs sind, um einzukaufen.<BR /><BR />Der Winterschlussverkauf endet am Samstag, 5. Februar, am 15. Juli startet der Sommerschlussverkauf.