Die Kosten für das Heizen in Südtirol sind seit der Energiekrise vor 2 Jahren wieder gesunken. Das gilt für alle Heizsysteme. Wer eine 70 Quadratmeter große Altbauwohnung in Bozen heuer mit Erdgas heizen will, muss 1130 Euro hinblättern. 55 Prozent weniger als am Höhepunkt der Energiekrise: 2022 waren es noch 2513 Euro. Auch die Heizkosten für Wärmepumpen (minus 62 Prozent), Holzpellets (minus 57 Prozent) und Heizöl (minus 23 Prozent) sind deutlich gesunken.<BR /><BR /> <div class="embed-box"><div class="container-wrapper-genially" style="position: relative; min-height: 400px; max-width: 100%;"><video class="loader-genially" autoplay="autoplay" loop="loop" playsinline="playsInline" muted="muted" style="position: absolute;top: 45%;left: 50%;transform: translate(-50%, -50%);width: 80px;height: 80px;margin-bottom: 10%"><source src=" https://static.genially.com/resources/loader-default-rebranding.mp4" type="video/mp4" />Your browser does not support the video tag.</video><div id="673496fff147bc7f10394e97" class="genially-embed" style="margin: 0px auto; position: relative; height: auto; width: 100%;"></div></div><script>(function (d) { var js, id = "genially-embed-js", ref = d.getElementsByTagName("script")[0]; if (d.getElementById(id)) { return; } js = d.createElement("script"); js.id = id; js.async = true; js.src = " https://view.genially.com/static/embed/embed.js"; ref.parentNode.insertBefore(js, ref); }(document));</script></div> <BR /><BR />Die Grafik zeigt die durchschnittlichen jährlichen Heizkosten für verschiedene Heizsysteme in einer Modell-Altbauwohnung in Bozen von 2019 bis 2024. <BR /><BR />„Was man in Südtirol nicht unterschätzen darf: In höher gelegenen, kälteren Gebieten sind die Heizkosten wegen des höheren Heizbedarfs noch deutlich größer als im Beispiel“, ergänzt Christine Romen von der Verbraucherzentrale Südtirol. Für diese Haushalte sei das Heizen deshalb eine entsprechend stärkere finanzielle Herausforderung.<BR /><BR /><embed id="dtext86-67373283_quote" /><BR /><BR />Nachdem Russland im Februar 2022 die Ukraine angegriffen hatte und die Gasimporte aus Russland gestoppt wurden, schossen die Gas- und Strompreise an den Börsen in die Höhe und belasteten auch die Verbraucherpreise deutlich. Im vergangenen Jahr entspannte sich die Marktlage, neue Lieferquellen wurden erschlossen und die Gasspeicher liefen wieder voll.<h3> Die verschiedenen Heizarten im Detail</h3>Den höchsten Ausschlag zeigt die Preiskurve folglich 2022 beim Erdgas: eine extreme Spitze mit 2513 Euro in der Modell-Wohnung. „Das ist zum Teil auf die Energiekrise im Zuge des Ukraine-Konflikts zurückzuführen“, erklärt Romen. „Danach haben sich die Kosten auf etwa 1130 Euro im laufenden Jahr stabilisiert.“<BR /><BR />Beim Flüssiggas ist ähnliches zu beobachten: eine deutliche Erhöhung der Kosten im Jahr 2022 (2319 Euro) gefolgt von einer leichten Entspannung bis 2024 (1771 Euro).<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1096344_image" /></div> <BR /><BR />„Die Kosten für Heizöl sind über die Jahre hinweg gestiegen“, zeichnet Romen nach. Den stärksten Anstieg gab es auch hier 2022 (1579 Euro im Beispiel).<BR /><BR />Die Preise für Holzheizungen mit Scheitholz oder Hackgut sind relativ stabil, auf moderatem Niveau: „Das lässt sie in den letzten Jahren als eine verlässliche Heizoption erscheinen“, so Romens Fazit. Bei Pellets hingegen gab es 2022 eine drastische Verteuerung (1484 Euro) – Folge der schwierigen Lage auf den Energiemärkten. „Das Jahr 2023 war noch geprägt von Versorgungsengpässen infolge der schlechten Bauwirtschaft sowie durch den Lieferstopp aus Russland. Danach folgten deutliche Kostenreduzierungen“, so Romen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1096347_image" /></div> <h3> Wärmepumpe: Die Frage des Strompreises</h3>Das Heizen mit der Wärmepumpe ist heute deutlich günstiger als mit fossilen Energieträgern – 2022 sah das anders aus: Wegen der hohen Strompreise im Krisenjahr war auch der Betrieb der Anlagen teuer. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1096350_image" /></div> <BR /><BR />Mit günstigeren Tarife für Kunden, die eine Wärmepumpe installieren, reagieren die Stromversorger hierzulande nicht. „Solche Angebote hat es gegeben; sie wurden aber wieder abgeschafft“, sagt Christine Romen. „Die Strompreisentwicklung lässt sich nicht vorhersehen.“ Daraus lasse sich aber nicht einfach ableiten, dass eine Wärmepumpe nur in Kombination mit einer Fotovoltaik-Anlage sinnvoll sei, meint sie. „Mehrere Überlegungen müssen eine Rolle spielen, wenn man sich eine PV-Anlage anschafft: Das ist im Einzelfall gut durchzurechnen.“<h3>Fernwärme: Auch Mikronetze sind möglich</h3>Die Preise für Fernwärme – also die direkte Belieferung der Haushalte mit warmem Wasser – hingegen sind relativ stabil geblieben: „Das macht sie zu einer kalkulierbaren Option“, sagt Romen.<BR /><BR />Der Anschluss an bestehende Fernheizwerke ist nicht die einzige Möglichkeit: Es könnten sich auch Haushalte innerhalb einer dicht besiedelten Zone zu so genannten Mikro-Fernwärmenetzen zusammenschließen, weiß die Verbraucherschützerin. „Die Möglichkeiten, ein Mikronetz zu erstellen, sind vielseitig“, erläutert Romen. „Man könnte etwa eine Hackschnitzelanlage vorsehen, dazu im Sommer thermische Solaranlagen...“<BR /><BR />Die Abstände zwischen den Kosten für die Heizsysteme dürften in Zukunft jedenfalls größer werden.