Diese Überzeugung wurde von Fachleuten bei den Interalpinenen Energie- und Umwelttagen geäußert, die dieser Tage unter dem Thema „Wasserkraft – quo vadis? Innovationspotential der Wasserkraft“ in Mals stattfanden.<BR /><BR />Derzeit wird in der EU etwa 31 Prozent des Energiebedarfes aus erneuerbaren Energien gedeckt und 17 Prozent der gesamten Stromproduktion, war bei der Fachtagung zu hören. Hier könne noch einiges zu- und umgebaut werden, wobei die Wasserkraft eine große Rolle spielen werde. Sie sei völlig zu Unrecht das Stiefkind der erneuerbaren Energien; dabei seien Flexibilität und Speicherkraft ihre Trümpfe.<BR /><BR />„Die Wasserkraft ist die Energiequelle im Alpenraum“, betonte auch der Malser Bürgermeister Josef Thurner. Da sie nachhaltig sei, müsse auch über neue Wasserleitungen diskutiert werden.<BR /><BR />Seit 2005 bis heute sei bezüglich Ausbau der Wasserkraft nicht viel passiert, bedauerte Anton Schleiss, der emeritierte Professor an der Ecole polytechnicque fédérale de Lausanne. Er skizzierte die Rolle der Wasserkraft im Jahr 2100 und sieht sie als Quelle der Entwicklung in Europa im letzten Jahrhundert und auch für die Zukunft.<BR /><BR />Der Experte gab zu bedenken, dass der Klimawandel auch einen Einfluss auf das Wasserangebot und die Betriebssicherheit von Wasserkraftwerken habe. „Deshalb werden Stauseen überlebenswichtig.“<BR /><BR />Bisher seien im Alpenraum die Gletscher die Wasserspeicher gewesen. „Wenn sie nicht mehr da sind, brauchen wir andere Speicher in Form von Stauseen“, betonte Univ. Prof. Schleiss. Neue Stauseen seien für viele Regionen überlebenswichtig, um die Auswirkungen des Klimawandels zu dämpfen sowie Wasser, Energie und Nahrung zu sichern. Zudem seien sie ein Schutz vor Hochwasser und Dürre. Der Experte plädierte für eine Verbesserung der Effizienz der bestehenden Stauanlagen. Dies könnte auch durch eine Erhöhung von Talsperren erreicht werden.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="827174_image" /></div> <BR /><BR />„Unsere Energiesysteme werden im Jahr 2050 ganz anders ausschauen als heute“, zeigte sich Univ. Prof. Schleiss überzeugt. Eine entscheidende Rolle werde dabei der Wasserkraft zukommen „und es liegt auch an der Wasserkraft, wenn wir in diesem Winter keinen Blackout erleben“.<BR /><BR />Die Fachtagung wurde vom Unternehmen Patscheider & Partner (Mals), der Anwaltskanzlei Geissler Law (Freiburg im Breisgau), dem IBI-Euregio-Kompetenzzentrum (Vahrn) und dem Tiroler Qualitätszentrum für Umwelt, Bau und Rohstoffe (Ötztal Bahnhof) sowie dem Südtiroler Energieverband SEV organisiert.