Donnerstag, 28. Juli 2016

„Der Weißburgunder verdient sich mehr“

Er ist bekannt, beliebt und wird wegen seiner guten Qualität geschätzt: der Weißburgunder. Nur der Preis ist vielen Produzenten noch zu niedrig, wie aus einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstitutes (Wifo) hervorgeht. Das soll sich ändern.

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Foto: © shutterstock

In der Wifo-Studie, die am Donnerstagvormittag vorgestellt wurde, wurden die Stärken und Schwächen des Weißburgunders und seine Positionierung auf dem Weinmarkt in 15 verschiedenen Regionen in Deutschland, Österreich und Italien untersucht. „Die Qualität des Weißburgunders wird in den meisten Regionen als sehr gut eingestuft“, betonte dabei Hans Terzer von der Kellerei St. Michael/Eppan. Allerdings erzielten die Produzenten dafür noch keinen angemessenen Preis. „Die wichtigsten Herausforderungen liegen daher darin, die Stärken des Weißburgunders noch klarer zu kommunizieren und ihn gezielter als Premiumprodukt zu vermarkten.“

Gemessen am Anteil an der gesamten Weißweinfläche weltweit und im europäischen Kontext sei der Weißburgunder ein Nischenprodukt. „Vergleichsweise hoch ist sein Anteil aber in Südtirol (21 Prozent), Baden (17 Prozent) und in der Steiermark (15 Prozent)“, wie Wifo-Experte Urban Perkmann erklärte.

Insgesamt gesehen werde die Qualität des Weißburgunders als gut eingestuft. Allerdings könne, so die Einschätzung der Produzenten in allen Regionen, dafür häufig noch kein angemessener Preis erzielt werden. Österreichs Weißburgunderproduzenten setzten am stärksten auf Qualität: Insbesondere die Steiermark und das Burgenland produzieren vorwiegend auf Flächen mit einem Ertrag von weniger als 70 Hektoliter je Hektar und füllen fast ausschließlich in 7/10-Liter-Flaschen ab. „Die österreichischen und die Südtiroler Produzenten verkaufen auch deutlich mehr Weißburgunder im Premiumsegment, als die Produzenten in Deutschland“, so Perkmann. Der Weißburgunder werde meist innerhalb der eigenen Region oder im eigenen Staat verkauft. Am besten schaffe es dabei Südtirol, seinen Weißburgunder auch auf ausländischen Märkten abzusetzen.

„Die größte Herausforderung für die Zukunft liegt in der stärkeren Vermarktung des Weißburgunders im Premiumsegment“, sagte Handelskammer-Präsident Michl Ebner. Dies sei wichtig vor allem für jene Regionen, die einen Anspruch auf den Weißburgunder als Leitsorte erheben. „Die Steiermark hat es dabei am besten geschafft, Spitzenpreise zu erzielen und kann somit auch als Vorbild für Südtirol dienen“, so Ebner. „Ein erster Schritt auf dem Weg zur Premiummarke ist es dabei, die gesamte Produktion in 7/10-Liter-Flaschen abzufüllen“, meinte auch Peter Brigl, Präsident von Vineum Eppan. 

stol