Dienstag, 09. Februar 2021

Deutsche Exporte 2020 mit stärkstem Einbruch seit Finanzkrise

Die Coronakrise hat im vergangenen Jahr tiefe Löcher in die deutsche Exportbilanz gerissen. Die Warenausfuhren brachen gegenüber 2019 um 9,3 Prozent auf 1.204,7 Milliarden Euro ein, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.

Für das Jahr 2021 wird wieder ein deutliches Plus erwartet.
Für das Jahr 2021 wird wieder ein deutliches Plus erwartet. - Foto: © shutterstock
Es war der stärkste Rückgang seit der weltweiten Finanzkrise im Jahr 2009. Damals waren die Exporte um 18,4 Prozent gesunken. Das Import-Volumen verringerte sich im vergangenen Jahr um 7,1 Prozent auf 1.025,6 Milliarden Euro.

Verursacht wurde der Exportrückgang 2020 vor allem durch die Einbrüche zu Beginn der Pandemie im März. Zeitweilige Grenzschließungen, Störungen in der Logistik und Unterbrechungen der Lieferketten zu Beginn der Coronapandemie im Frühjahr hatten das Exportgeschäft deutlich ausgebremst.

Danach legten die Ausfuhren 8 Monate in Folge zu – zuletzt im Dezember um 0,1 Prozent zum Vormonat. Ökonomen hatten hier mit einem Rückgang um 1,0 Prozent gerechnet. Zu der positiven Entwicklung trugen im Dezember vor allem die Geschäfte mit den beiden weltgrößten Volkswirtschaften bei: Die Exporte in die Volksrepublik China wuchsen im Dezember um 11,6 Prozent zum Vorjahresmonat auf 9,3 Milliarden Euro, die in die USA legten um 8,4 Prozent auf 9,2 Milliarden zu und damit erstmals seit 10 Monaten.

Deutliches Plus für 2021 erwartet

Für heuer rechnete der Außenhandelsverband BGA zuletzt mit einem deutlichen Plus. Das Vorkrisenniveau soll demnach spätestens im Sommer 2022 wieder erreicht werden.

Im Jänner hatte sich die Stimmung unter den deutschen Exporteuren sogar deutlich aufgehellt. Die ifo-Exporterwartungen der Industrie stiegen im Jänner von 1,9 Punkten auf 6,0 Punkte. Das war der beste Wert seit Oktober. Unter anderem eine robuste Industriekonjunktur und der weltweite Impfstart führten zu einem vorsichtigen Optimismus.

Während die Industrieproduktion in der ersten Coronawelle eingebrochen war, ging die Arbeit in den meisten Betrieben in der zweiten Welle weiter. Die Grenzen blieben für den Handel geöffnet. Der Export ist neben dem Privatkonsum eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur.

apa/dpa/reuters