Sonntag, 30. Oktober 2016

Deutscher Asien-Pazifik-Ausschuss gegen Markthindernisse in China

Kurz vor einer China-Reise des deutschen Wirtschaftsministers Sigmar Gabriel (SPD) drängt der Asien-Pazifik-Ausschuss (APA) der deutschen Wirtschaft auf eine Gleichbehandlung deutscher Firmen in dem ostasiatischen Land. Es gebe nach wie vor gravierende Marktzugangsprobleme, sagte der APA-Vorsitzende Hubert Lienhard der Deutschen Presse-Agentur.

Symbolbild
Symbolbild - Foto: © shutterstock

Der Voith-Vorstandschef nannte als Beispiele den Joint-Venture-Zwang in vielen Branchen, Benachteiligungen bei öffentlichen Ausschreibungen und Zulassungsverfahren, die die Produkte ausländischer Hersteller benachteiligten.

„Jetzt, wo chinesische Unternehmen selbst verstärkt als internationale Investoren auftreten und zunehmend von den offenen Märkten in Deutschland und Europa profitieren, ist die Asymmetrie im Marktzugang für uns immer weniger hinnehmbar“, sagte Lienhard.

Gabriel auf China-Tour

Gabriel ist von Dienstag bis Samstag in Peking, Chengdu und Hongkong. Ziel seiner Reise ist es unter anderem, für fairen Handel zu werben. Der Besuch erfolgt inmitten einer Debatte über wachsende chinesische Investitionen in europäische Schlüsseltechnologien.

Angesichts gehäufter Übernahmen deutscher Firmen durch chinesische Investoren will Gabriel deutsche Schlüsseltechnologien besser schützen. Es müsse klar sein, „dass Deutschland und Europa sich für die Zukunft Instrumente schaffen werden, um sicherheitsrelevante Technologien zu schützen, wo dies geboten ist“, schreibt Gabriel in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung „Die Welt“ (Montagausgabe).

Übernahmen sorgen für Aufsehen

Chinesische Unternehmen hatten in Europa zuletzt mit mehreren großen Übernahme-Angeboten für Aufsehen gesorgt. Der chinesische Elektrogeräte-Hersteller Midea hatte bis Anfang August fast 95 Prozent der Aktien des deutschen Roboterbauer Kuka für rund 4,5 Milliarden Euro gekauft. Deutschen Firmen sind solche Übernahmen in China nicht erlaubt.

apa/dpa

stol