Montag, 06. Februar 2017

Deutscher Handelsriese Metro vor Aufspaltung

Der Handelsriese Metro will sich aufspalten und damit nach Jahren der Stagnation wieder wachsen. Konzernchef Olaf Koch warb auf der Hauptversammlung am Montag in Düsseldorf um die Zustimmung der Aktionäre für den großen Schritt. Die Aufteilung von Metro soll das Wachstum beschleunigen, mehr Börsenwert bringen und Partnerschaften sowie Zukäufe erleichtern.

Der Großkonzern Metro will sich in zwei Teilkonzerne aufspalten.
Der Großkonzern Metro will sich in zwei Teilkonzerne aufspalten. - Foto: © APA

Die Strategien der beiden Unternehmen seien inzwischen „so unterschiedlich, wie sie nur seien können“, sagte Koch. Deshalb mache es keinen Sinn, sie weiter unter einem Dach zusammenzuhalten.

Koch strebt bis Mitte des Jahres die Aufspaltung von Metro in zwei selbstständige Unternehmen an: einen Lebensmittelspezialisten, zu dem neben den Metro-Großmärkten auch die Real-Supermärkte gehören, und einen Elektronikhändler mit dem neuen Kunstnamen Ceconomy, unter dessen Dach die Ketten Media Markt und Saturn agieren sollen.

Die Zustimmung der Aktionärsversammlung zu dem seit Monaten mit großem Aufwand vorbereiteten Schritt gilt als sicher. Große Investoren hatten bereits ihre Zustimmung signalisiert.

Auf der Hauptversammlung stießen die Pläne größtenteils auf Zustimmung, doch es gab auch kritische Stimmen. Einer der Aktionäre kritisierte, bei der rund 100 Mio. Euro teuren Aufspaltung handle es sich um ein „ökonomisches Nullsummenspiel“, von dem nur Berater und Führungskräfte profitierten.

Metro schrumpft seit Jahren. Immer wieder wurden große Konzernteile verkauft. Metro verlor daher den inoffiziellen Titel des größten deutschen Handelskonzerns und musste den Platz in der höchsten Börsenliga, dem DAX, räumen. Die Aufspaltung soll nun neuen Schwung bringen.

Die neue Metro kommt den Planungen zufolge künftig auf einen Umsatz von rund 37 Mrd. Euro, führen wird sie der jetzige Konzernchef Olaf Koch. Media-Saturn-Chef Pieter Haas soll Ceconomy leiten. Metro erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016/16 einen Erlös von rund 22 Mrd. Euro.

apa/dpa 

stol