Sonntag, 01. Juli 2018

Deutsches Verkehrsministerium prüft weitere Diesel-Autos

Nach dem massenhaften Rückruf von Mercedes-Fahrzeugen will der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer auch weiterhin deutsche Autos auf den möglichen Einsatz von Diesel-Schummelsoftware hin untersuchen. „Wir werden weiterprüfen“, sagte der CSU-Politiker dem „Handelsblatt“ laut Vorabbericht vom Sonntag. „Es handelt sich um ein laufendes Marktüberwachungsverfahren.“

Der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer.
Der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer. - Foto: © APA/AFP

Dabei könne Scheuer nicht ausschließen, dass er Deutschlands Autoindustrie noch zu weiteren Rückrufen verpflichten werde.

Wegen Betrugsverdachts bei der Motorsteuerung von Daimler-Fahrzeugen hatte der Verkehrsminister Konzern-Chef Dieter Zetsche jüngst zweimal ins Ministerium nach Berlin zitiert. Das Bundesverkehrsministerium ordnete einen Rückruf von 774.000 Dieselwagen der Marke mit dem Stern europaweit an, davon 238.000 in Deutschland. Allerdings untersuche das Ministerium auch Automarken aus anderen europäischen Ländern. Dabei stellten die Prüfer fest, „dass deren Testwerte teilweise durch die Decke schießen“, sagte der CSU-Politiker.

Das Verkehrsministerium könne dagegen jedoch nichts tun, „denn die erhalten ihre Genehmigungen ja bei sich zu Hause. Das ärgert mich sehr“, sagte Scheuer. „Wir normen auf europäischer Ebene jeden Leuchtmasten. Da, wo Europas Automobilindustrie aber wirklich mit einer strengen, transparenten und gemeinsamen Typ-Genehmigung Innovationstreiber für den Rest der Welt sein könnte, verfallen wir wieder in nationale Muster.“

apa/reuters

stol