Freitag, 15. Januar 2016

Die A22-Millionen bzw. Milliarden

Von einer dynamischen Notspur zwischen Bozen Süd und Verona bis zu Raststätten mit Lokalkolorit. Die gefeierte Konzessionserneuerung der A22 geht ordentlich ins Geld. Zwei Milliarden Euro sind für Infrastruktur auf der Brennerautobahn vorgesehen. 568 Millionen Euro braucht es allein für die Bezahlung der Konzession als solche.

Milliardenschweres Investitionsprogramm für die Brennerautobahn vorgestellt.
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Milliardenschweres Investitionsprogramm für die Brennerautobahn vorgestellt.

Gemeinsam mit dem Präsidenten und dem Geschäftsführer der A22-AG, Paolo Duella und Walter Pardatscher, stellte Landeshauptmann Arno Kompatscher, im Rahmen einer Pressekonferenz am Sitz der Region in Trient Investitionsprogramm und Marschroute im Detail vor. 

Am Donnerstag war in Rom das Einvernehmensprotokoll zur bevorstehende Konzessionserneuerung unterzeichnet worden (STOL hat berichtet)

568 Millionen Euro für die Konzession - in Raten zu 70 Millionen Euro pro Jahr

In den Staatshaushalt fließen demnach fast zwei Milliarden Euro: Mit 568 Millionen Euro wird der Wert der Konzession abgegolten; die Summe wird in Jahresraten zu 70 Millionen Euro bezahlt. Auf geschätzte 1,4 Millionen Euro beläuft sich die Konzessionsgebühr, die zu gesetzlich festgelegten Modalitäten zu begleichen ist.

"Dafür aber bleibt die Verwaltung der Brennerautobahn in öffentlicher und lokaler Hand, die Querfinanzierung der Brennerbahnlinie wird garantiert und ein umfangreiches Investitionsprogramm das der Mobilität, der Umwelt und den Anrainern zugute kommt, kann schrittweise umgesetzt werden", so die beiden Landeshauptleute.

Zwei Milliarden Euro für Infrastruktur - lokal geführte Raststätten

Die zwei Milliarden Euro sind für den Bau von Lärmschutzwänden, Überführungen, Mautstellen und Dienstleistungszentren, Parkplätzen und Autohöfen, Raststätten, Haltebuchten für Notfälle sowie für die dritte Fahrspur zwischen Verona und Modena und die dynamische Notspur zwischen Bozen Süd und Verona bestimmt.
Zudem sollen damit technologische Innovationen und Eingriffe außerhalb der Autobahnachse finanziert werden. "Wir möchten der Brennerautobahn auch ein lokales Kolorit geben. Das wäre über eine passende Gestaltung und Führung der Raststätten möglich", kann sich Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher vorstellen.

1,6 Millionen Euro fließen in die Finanzierung der Brennerbahnachse, 1,4 Millionen Euro in Instandhaltungsmaßnahmen. 

Weniger Lärm- und Luftbelästigung: Drecksschleudern zur Kasse (STOL hat berichtet)

Auch das Thema Umwelt wurde bei der Pressekonferenz angesprochen. "Das Einvernehmensprotokoll sieht Investitionen zur Reduzierung der Lärmbelastung vor", so Landeshauptmann Kompatscher, "beispielsweise sollen die Lärmschutzwände von derzeit 84 Kilometer Länge auf 187 Kilometer ausgebaut und damit längenmäßig mehr als verdoppelt werden." 
Zudem verwies der Landeshauptmann erneut auf die Möglichkeit durch Tarifpolitik Luft- und Lärmbelastung zu verringern.

Auf die Tarifpolitik kam auch Autobahnpräsident Paolo Duella zu sprechen: "Die Tarifpolitik soll eine effizientere Auslastung der Infrastruktur gewährleisten, Luftverschmutzung verringern, die Verlagerung des Straßenverkehrs und eine Stärkung des Eisenbahnverkehrs bewirken." 

Zudem seien intermodale Logistikzentren beziehungsweise deren Entwicklung in Trient, Isola della Scala und Valdarno geplant. "Wir wollen verstärkt auf die RoLa setzen und wollen von den derzeit zwei Millionen LKW, die jährlich die Brennerachse befahren, rund zehn Prozent auf die Schiene verlagern", so der Autobahnpräsident.

750 Arbeitsplätze in der Region

A22-Geschäftsführer Walter Pardatscher berichtete über die weiteren Schritte zur Schaffung der rein öffentlichen Brennerautobahn-AG und lieferte die Eckdaten der Gesellschaft zum Jahresende 2016: Demnach zählt das Unternehmen derzeit fast tausend Beschäftigte, von denen 750 in der Region Trentino-Südtirol im Einsatz sind.

Weitere tausend Arbeitsplätze würde die A22 durch ihre jährlich hundert Millionen Euro an Investitionen und Instandhaltungsarbeiten schaffen. In den vergangenen zehn Jahren hat die Brennerautobahn jährlich mehr als 35 Millionen Euro an Steuern bezahlt.

stol/lpa

stol