Samstag, 23. März 2019

„Die geistige Freiheit ist ein großes Gut“

Zuerst wurde er belächelt, dann bekriegt, mittlerweile wird er bewundert: Alexander Agethle. Der 48-jährige Vinschger Biobauer hat sozusagen 2 Gänge zurückgeschaltet und ist reichlich erfolgreich damit. Dabei hat sein Lebensplan ursprünglich ganz anders ausgesehen.

Alexander Agethle im Interview. - Foto: DLife
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Alexander Agethle im Interview. - Foto: DLife

Eigentlich sollte er den landwirtschaftlichen Betrieb so weiterführen wie seine Eltern, einen konventionell geführten Bauernhof mit preisgekrönten Zuchtrindern. Eigentlich war auch alles bereit dafür: Agethle studierte Agrarwissenschaften in Florenz, besuchte eine Lehrgang für industrielle Tierzucht in den USA. Und dann kam doch alles anders. „Dolomiten“-Redakteur Arnold Sorg hat Agethle auf seinem Bauernhof in Schleis bei Mals besucht. 

Herr Agethle, ihre Eltern waren konventionelle Milchbauern und Sie wollten ursprünglich in ihre Fußstapfen treten. Was hat Ihre Meinung geändert?

Alexander Agethle: Im Zuge meines Studiums der Agrarwissenschaften in Florenz absolvierte ich einen Studiengang in den USA, der  gemeinhin als der Studiengang für industrielle Tierzucht schlechthin galt. Nach einem Heimatbesuch in Südtirol bekam ich jedoch kein Visum mehr für einen USA-Aufenthalt, ich hatte den   Wehrdienst nicht absolviert. 

Eine glückliche Fügung?

Agethle: Im Nachhinein ja, damals war es aber eine Katastrophe für mich, ich hätte den Studiengang in den USA gerne fortgeführt. Mir blieb also nichts anderes übrig, als mein Studium in Florenz abzuschließen. Danach wollte ich alles machen, nur nicht nach Südtirol zurückkehren. Ich wollte Erfahrungen sammeln. 

Sie waren jahrelang im Ausland. Wie sieht ein Südtiroler Südtirol von außen?

Agethle: Südtirol ist grundsätzlich eine sehr entwickelte Region, gleichzeitig aber auch eine Region, die sich mit Vielfalt sehr schwer tut, sei es was politische, kulturelle, als auch geistige Vielfalt anbelangt. Erst jetzt beginnt sich dahingehend etwas zu verändern, Südtirol öffnet sich, das ist gut. Und manchmal ist es in Südtirol leider auch so, dass nicht die fachliche sondern die politische oder soziale Zugehörigkeit über gewisse Positionen entscheidet. Und was die Landesregierung anbelangt, so sollten wir endlich einmal das Bezirksdenken überwinden. Mir ist es egal, ob ein Vinschger in der Landesregierung vertreten ist oder nicht. Wichtig ist, dass die kompetentesten Politiker in der Landesregierung sitzen.

D/sor

Das gesamte Interview mit Alexander Agethle lesen Sie in der Wochenend-Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol